Epo 555 – Bastion Bochum, 29.5.06

von Hififi am 7. Juni 2006

in Feierlichkeiten

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Wie der Zufall so spielt, befinde ich mich heute in der Bastion zu Bochum und schaue mir eine dänische Band an, von der ich vorher vielleicht zwei Songs gehört habe. Ganz schön kanadisch klingen die Dänen, und sind am ehesten noch mit den Stars zu vergleichen, dabei aber mit einem unverkennbaren The Jesus And Mary Chain-Einschlag. Die Gesangsharmonien hat man so jedenfalls zuletzt bei den Raveonettes gehört, die sich nun auf wen berufen?

Shoegazing trifft auf Notwist-Beat-Frickelei und bleibt auf ewig im Gehörgang hängen.

Sänger und Gitarrist Mikkel Max Hansen macht seine Ansagen komplett auf deutsch, was für einige Konfusion und auch für Belustigung sorgt. Ausgelacht hat ihn allerdings niemand, und so wird sich mit und für die Band gefreut, dass heute ungefähr 50 Kenner anwesend sind, um einen besonderen Auftritt zu erleben. Besonders intensiv und liebenswert sind die kleinen Songperlen wie „Angelina Ballerina“ oder „Harry Mämbourg“, die durch ihre Verspieltheit glänzen und den Konzertbesuchern ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Allerdings tritt „Harry Mämbourg“ noch böse nach, und begibt sich in ein fulminantes Finale aus Synthie und Gitarre, ein Rezept, welches am heutigen Abend noch häufiger aufgeht. „Hyperschlieb“ ist dagegen eher gemäßigt, und zeigt die poppige Seite, die Epo 555 ausgesprochen gut zu Gesicht steht. Auch „Le Beats On Fire“ darf nicht fehlen, immerhin eine Single, die es in einer guten Welt zu etwas bringen könnte.

Blickfang Camilla Florentz ist für die Elektronik zuständig, begleitet aber fast permanent Hansen, so kommen die typischen The Jesus And Mary Chain-Vocals zustande. Man könnte auch sagen; sie macht den gewissen Unterschied aus. Ihr Gesang und die elektronischen Spielerei machen Epo 555 erst zu einer herausragenden Band. Unterschlagen sollte man besser auch nicht eine gewisse Noise-Komponente, die besonders in „Hyperschlieb“ zur Geltung kommt. Neu ist das natürlich nicht, dafür aber besonders gut gemacht.

Ich für meinen Teil habe eine neue Lieblingsband.

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