Elvis Perkins in Dearland – dto.

von Hififi am 27. April 2009

in Musik!

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Elvis Perkins hat seinen ganz privaten „Aschermittwoch“ überwunden und überrascht mit gutgelaunten Songs, die sich auf seinem zweiten, selbstbetitelten Album tummeln. Ein wenig überrascht es schon, denn „Ash Wednesday“ ist gerade einmal zwei Jahre alt und klingt noch immer, als wolle sein Erzeuger nie mehr lachen, oder auch nur schmunzeln. Was nur mehr als verständlich scheint, in Anbetracht der Tragödien, die seine Familie erleben musste. So starb seine Mutter bei den Anschlägen auf die „Twin Tower“ und bereits 1992 sein Vater an den Folgen seiner AIDS-Erkrankung. Jetzt aber die Auferstehung, ein mächtiger Schritt aus der Depression, der sich ausnahmslos sympathisch anhört. Zweimal fünf Songs (die gute, alte LP lässt grüßen) die durchaus in der Lage sind gute Laune zu verbreiten und so schön altmodisch instrumentiert wurden, dass es warm ums Herz wird. Da grüßen sie wieder die alten Helden des Liedermachens, Bob Dylan, Leonard Cohen und stimmlich ganz besonders Paul Simon. Und so klingt „I Heard Your Voice In Dresden“ als würden Vampire Weekend mit dem Mann mit den zwei Vornamen eine Strandparty feiern, dicht an dicht ums Lagerfeuer gedrängt, mit Sehnsucht in der Stimme und der Hoffnung, dass alles gut werden möge: „Glory, glory, hallelujah“. „Send My Fond Regards To Lonelyville“ setzt der Ausgelassenheit mit seiner dahin galoppierenden Dixieland-Einlage dann die Krone auf und beendet die ausnahmslos überzeugende A-Seite des Albums. Ein wenig gediegener wirkt die zweite Seite und bereitet ein Finale vor, welches dann doch wieder an das Debüt gemahnt; ein geruhsamer Blues mit spartanischen Bläsereinlagen namens „How’s Forever Been Baby“. Also, ein wenig Aschermittwoch bleibt uns erhalten. Warum auch nicht?

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