El*Ke – Häuser Stürzen Ein

von Sterereo am 17. Juli 2008

in Musik!

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Wie Vorzeige-Autonome am Spieltag 1. Mai hasten die Exil-Emsländer von El*Ke mit ihrer überdimensionierten Roter-Stern-Fahne durch die Wahlheimat Berlin. Für richtig Krawall fehlt allerdings die Puste nach kleineren Sprints. Kein Besetzerhaus wird wegen ihrem dritten Album niederknien. Da biegen sich höchstens die Balken unter den hanebüchenen Texten.

Die Punk-Attitüde hauste lange im Keller. Dort fand sich Deutschlands einziges Ramones-Museum, untervermietet von der ehemaligen Musiker-WG. In diesem Sinne: Auf die drei Akkorde, fertig? Punk. Doch wie pickelige Schlagzeug-Schüler bleiben die Musikwurzeln im Untergeschoss abgeschoben. Wenig zu hören von der verderblichen Einstellung glorifizierter Tage.

Zwar versuchen El*Ke mit ihren lärmenden Gitarren die Flucht nach vorne, lassen aber ungewöhnliche oder allzu druckvolle Ideen vermissen. Also pressen sie nur mittelmäßige Rocksongs aus den lärmenden Verstärkern. „Häuser stürzen ein“ verkommt so unweigerlich zur Bauruine.

Wie rotzige KiTa-Kevins versuchen El*Ke im Song „Aufstand“ der Gesellschaft mit den Texten „Papa säuft Mama weint/Der Nachbar ist der größte Feind“ den Spiegel vor zu halten. Wo textlich der Karren schon im Graben liegt, hält „Autobahn“ eine halbwegs geglückte Melodie in der Spur. Doch spätestens die nächste Schnellstraßen-Ode „Easy Rainer“ („Denn keine Ampel kann mich stoppen/Rotes Licht heißt für mich poppen“) fährt das Album endgültig vor die Häuserwand. Ohne dabei irgendeine Statik zu gefährden.

Hört selbst: Albumplayer

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