Elin Ruth Sigvardsson – Cookatoo Friends

von Hififi am 6. Mai 2010

in Musik!

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Ich habe schon lange keine Standard-Einleitung mehr geschrieben: Elin Ruth Sigvardsson aus Schweden stellt ihr viertes Album „Cookatoo Friends“ vor, es sind zwölf Songs darauf, die nach „Damals“ klingen und durch Multiinstrumentalisten begleitet werden. (Das hat mir keinen Spaß gemacht, euch auch nicht aber meine Deutschlehrerin wäre stolz).

„Bang“ ist die Art Opener, der viel verheißt, den Himmel aus Trompeten und alles was dran hängt. Trompeten gab es ja in den 60ern zuhauf, allesamt und zumeist auf Soul-Alben von Marvin Gaye oder Otis Redding. Und Elvis, der „In The Ghetto“ in die Waagschale warf, Elin Ruth einen adäquaten Chor stemmt, der anstelle Elvis‘ „in the ghetto“ ein „you don’t know now“ zum Besten gibt, eins zu eins entlehnt. Aber „Bang“ ist ein exzellenter Soul-Song, trotz Anleihen und ich mag ihn hören, es stört mich kaum. Was mich ernsthaft stört, ist die Vielseitigkeit der Tracks, die – wie schon von Paolo Nutini vorexerziert – auf allen Hochzeiten tanzen und so weder einen roten Faden, wie auch nur den Hauch eines stringenten Ansatzes erkennen lassen. „Dead Man Walking“ hat Gemma Ray so viel besser dargeboten und es klingt wirklich wie entlehnt, trotzdem gut. „Is It Over“ könnte (aber nicht sollte) von Martha Wainwright‘s Debüt sein, welches (zumindest für mich) bahnbrechend war, weswegen ich mich mit diesem Song ernsthaft schwer tue. Und an vierter Stelle ist die Diskussion um Potential und Underground-Status usw. schlagartig beendet. Eine persönliche Anmerkung muss ich voranstellen: Ich habe persönlich nichts gegen Songs mit Radio Airplay-Potential, wenn sie eben das haben: Potential. Ein Duett mit einem derart platten Refrain kann und will ich nicht ernst nehmen – es ist so dermaßen Bryan Adams & Mel C-mäßig, dass es mir den Atem verschlägt. „Love“, da habt ihr’s, geht GAR NICHT! Ane Brun weiß ihre Mittstreiterin wieder in geregelte Bahnen zu lenken, und wunderbarerweise klingt es wieder wie Martha Wainwright in den absolut stärksten Phasen ihres selbstbetitelten Debütalbums. Ich habe selten so viel Licht und Schatten erlebt und kann „Cookatoo Friends“ somit einfach nicht weiterempfehlen. Hier wird so viel gewollt, und vor allem dieses unterschwellige „führ‘ mich zum Schotter“ zwingt mich an dieser Stelle dieses Album nicht zu empfehlen.

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