Elephant – Icebreaker

von Benjamin am 26. September 2009

in Musik!

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Ganz im Gegensatz zum Elefant im Porzellanladen, der überall wo er hintritt etwas kaputt macht, passiert das Elephant auf ihrem Debütalbum „Icebreaker“ nicht. Kann ja schnell mal so sein, dass man sich als Gitarrenrockband Gedanken darüber macht, wie man in den Ohren der Kids hängen bleibt, und zu dem Schluss kommt, man müsse lauter ungewöhnliche attention-catcher einbauen, damit eben diese Kids am Ball bleiben und nicht sofort weghören. Schaut man sich in Clubs um, in denen Gitarrenmusik gespielt wird, gibt es da im Moment nur ein Rezept: entweder auf die Tube drücken und jung und hip klingen, oder man spielt gleich alten Tool-Krams. Elephant klingen weder nach Tool noch nach hip. Jung klingen sie, aber so, wie man schon vor 15 Jahren jung klang. Ausreißer ist dabei nur „Everything stops“, der tatsächlich mit diesem speedigen Disco-Schlagzeug-Rhythmus ein wenig von dem restlichen Album abweicht und etwas anbiedernd wirkt. Ansonsten klingt dieser Gitarren-Alternative-Rock erfrischend seelenvoll und dedicated, so wie man es sich in den 90er Jahren von Post-Grunge-Bands erhofft hatte, aber meistens enttäuscht wurde. Simon „Light“ Persson hat auf jeden Fall eine extrem rauhig-kratzende Stimme und Gustaf Hafvenstein spielt eine ordentlich verzerrte WahWah-Gitarre, hier wird nichts hinter einer fetten Wall-of-sound versteckt oder überbassig produziert, Elephant sind eine ziemlich tolle Mischung aus Pearl Jam und Muse, ohne dabei ins Schleimige abzurutschen. Wer glaubt, 2009 gäbe es keine Band mehr, die die wirklich große Grunge-Alternative-Rock Szene der 90er Jahre gefressen hätte, der wird mit Elephant eines Besseren belehrt.

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