Efterklang – Volksbühne Berlin, 13.03.2011

von alex am 18. März 2011

in Feierlichkeiten

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Nicht umsonst wird um „Magic Chairs“, das aktuelle Album der Kopenhagener Gruppe Efterklang so viel Wirbel gemacht. Die nunmehr achtköpfige Band weiß sehr wohl um ihr musikalisches Vermögen sowie großen Unterhaltungswert, der auch ohne viele Worte des Sängers Clausen zu überzeugen weiß.

Der Abend beginnt pünktlich um 20 Uhr mit dem Film „An Island“ auf der großen Leinwand – der französische Filmemacher Vincent Moon fängt ein stilles Portrait der Band ein, gedreht auf einer kleinen Insel vor der dänischen Küste. Dieselbe Länge wie ein Album sollte das filmische Portrait haben. So geht es um das Kennenlernen der vier Gründungsmitglieder Efterklangs, um Menschen die im Wald Klassik hören; dazwischen Neuinterpretationen einiger Songs von „Magic Chairs“. Zahlreiche Bewohner des Dorfes, auch viele Schulkinder werden zu Mitmusikern. Gerade hier wird schon die Klangästhetik der Band klar, die sich beim Konzert noch festigen sollte: Alles kann Musik sein. So werden das Besenfegen, platzende Luftballons und mit Zeitungen raschelnde Kinder gekonnt als Instrumente eingesetzt. Eine gute dreiviertel Stunde später ist die Vorführung vorbei.

Als die Band nach einer kurzen Umbaupause die Bühne betritt bin ich zunächst skeptisch, ob in der Volksbühne sitzend wirklich die rechte Stimmung aufkommen mag. Doch die ersten Akkorde der Band räumen Zweifel aus. Vier Gastmusiker hat die Kerngruppe bestehend aus Casper Clausen, Mads Christian Brauer, Rasmus Stolberg und Thomas Kirirath Husmer um sich geschart. Unter anderem auch die Amerikanerin Heather Woods Broderick, die hier das Keyboard bedient und wunderschöne mehrstimmige Harmonien mit Sänger Clausen intoniert. Dieser bedient ungewöhnlicherweise ein kleines Schlagzeug. Teils nutzt er gar Metallstangen an den Wänden der Volksbühne als Schlaginstrumente. Beeindruckend ist auch die Dynamik, mit der die Band arbeitet. Einen Moment lang heißt es gar „silence“, alles ist still bis ein verlorenes Handy-Klingeln das Schweigen durchbricht und der Saal daraufhin in Gelächter ausbricht. Und auch sonst ist alles da, was man schon vom neuen Album kennt. Das Stück „Modern Drift“ mit dem während des Sets allgegenwärtigen Marsch-Schlagzeug, das an Arcade Fire erinnernde „I Was Playing Drums“ oder das von klackernden Elektrobeats dominierte „Harmonics“. Und so schnell wie das Konzert begonnen hat, ist es auch schon zu Ende; noch einige Zugaben und das Publikum wird zufrieden in die Nacht entlassen. Danke dafür!

Foto: myspace.com/efterklang

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