Effi – Astronaut

von am 25. November 2011

in Musik!

Post image for Effi – Astronaut

Ground control to Major Fontane: Von Graz aus startet hier eine sprühende Indiefolk-Rakete, der Astronaut ist schon durch die ganze Welt geflogen. Hörte man sich sein Debütalbum an, ohne etwas über den Künstler zu wissen, käme man wohl kaum darauf, dass Thomas Petritschs in Wirklichkeit aus Österreich stammt. Seine Vocals klingen eher britisch, seine Musik lässt sich zudem auf der musikalischen Landkarte ungefähr zwischen The Kooks, Jamie T. und Mumford & Sons verorten. Als Straßenmusiker eignete er sich diesen charmanten Akzent an, ebenfalls wie man Instrumente richtig bedient. Überhaupt ist auf „Astronaut“ fast alles selbst gemacht: von den Texten bis über das liebevoll gestaltete Artwork. Der Name ‚Effi‘ bezieht sich natürlich auf Theodor Fontanes Figur „Effi Briest“, die dem ehemaligen Literaturstudenten besonders nahe steht. „Die Figur drückt den ständigen Zustand der Zerrissenheit zwischen gesellschaftlichen Zwängen und kindlich-naiv-romantischer Abenteuerlust aus“, erklärt Petritsch dazu, womit er eine Deutung des Romanklassikers auf den heutigen Alltag überträgt und auch für den weniger versierten modernen Zuhörer nachvollziehbar macht. Marcel Reich Ranicki hat also ebenso Grund, hocherfreut zu sein wie wir, denn „Astronaut“ ist gleichzeitig ein tiefgängiges, wie vor Lebensfreude strotzendes Album mit mit einer Fülle an Einflüssen und Ideen. Vor allem aber hat Effi tolle Songs zwischen nicht-verkopfter Elektronik, ansteckendem Indiefolk und Singer/Songwriter zu bieten! „Astronaut“ ist so sehnsüchtig wie begnügsam, macht Lust auf den nächsten Sommer, ohne die Schönheit des Augenblicks zu übersehen.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: