Eels – Hombre Lobo

von Hififi am 5. Juni 2009

in Musik!

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Jetzt also der Werwolf als Fortsetzung zu „Dog Faced Boy“ vom „Souljacker“-Album? Zumindest so die Übersetzung von „Hombre Lobo“ dem neuen Streich von Mark Oliver Everett und seinen Eels, „12 Songs of Desire“. Auf dem Zigarrenschachtel-Cover sieht E aus wie der alte Waldschrat, der einem von Zeit zu Zeit begegnet, vor allem wenn es musikalisch mal wieder in Richtung Blues geht.

Nach „Shotenanny!“ von 2003 geht auch „Hombre Lobo“ größtenteils als Blues-Album durch, obwohl die Aufnahmen deutlich dreckiger und verzerrter erscheinen als noch vor sechs Jahren. Von der Art der Produktion, die im klassischen Sinne wohl LoFi genannt werden müsste, wenn nicht klar wäre, dass E sich über solche Dinge wenig Gedanken macht, gemahnen die zwölf Songs eher an bereits genanntes „Souljacker“. Das Songwriting allerdings setzt nahtlos dort an, wo „Shotenanny!“ seinerzeit aufhörte. Das ist schon eine gewöhnungsbedürftige Kombination, wenn doch Alben wie „Beautiful Freak“ und „Daisies of the Galaxy“ eher den Wohlklang zelebrierten und Balladen noch Streicher duldeten. Die Zeiten der „Eels With Strings“ sind nun passe, lang lebe die Reduktion! Wobei dieses Album längst nicht so verzweifelt klingt, wie „Shotenanny!“ oder das pure Trauer verströmende „Daisies of the Galaxy“, vielleicht hatten die vier Eels sogar ein wenig Spaß im Studio, wer weiß. Das jemand, der soviel Leid erfahren musste nun nicht die vertonte Glückseligkeit zustande bringt, sollte klar sein, sehnsüchtig sind seine Songs natürlich auch heute noch, wie ja explizit im Albumtitel vermerkt.

Für mich ist „Hombre Lobo“ – wohlgemerkt im Vergleich zu den anderen Alben – eine kleine Enttäuschung, denn selbst nach mehrmaligem Hören bleiben die Songs nicht wirklich hängen, was sonst eigentlich immer der Fall war. Vielleicht werde ich es schon bald bereuen, aber Songs wie „In My Dreams“ an vierter Stelle hat er bereits mehrmals geschrieben und eine gewisse Ideen- oder Gedankenlosigkeit lässt sich erahnen. Niemals hätte ich damit gerechnet, mal so etwas über Everett zu schreiben und vielleicht höre ich an dieser Stelle besser auf, denn ich fühle mich schlecht.

Wenn es nicht von den Eels wäre, würde ich dieses Album bedingungslos lieben, aber es gibt bereits so viele Meilensteine in der Bandhistorie zu verzeichnen, dass „Hombre Lobo“ leider ein wenig dahinter zurück bleibt.

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{ 7 Kommentare… read them below or add one }

1 Pynchon Juni 5, 2009 um 09:48 Uhr

Huch…das interessiert mich jetzt doch: Was hat der gute Eels denn durchgemacht in seinem Leben? Ich weiss gar nichts näheres über ihn…

2 Hififi Juni 5, 2009 um 13:52 Uhr

Mutter, Vater, Schwester, Cousine: Alle tot!

3 Pynchon Juni 5, 2009 um 16:16 Uhr

…hat er sie etwa umgebracht?

4 Hififi Juni 5, 2009 um 22:31 Uhr

Muttern an Krebs, Schwester Selbstmord, Cousine Twin Towers, Vater habe ich vergessen.

5 RockinBen Juni 5, 2009 um 23:24 Uhr

woran? Herzinfarkt, jedenfalls hat E. (mit 19) ihn tot im Bett gefunden. Der Vater war übrigens relativ bekannt für seine Physik-Forscherei, siehe hier: [URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Hugh_Everett]Hugh Everett[/URL]

6 Pynchon Juni 8, 2009 um 15:25 Uhr

Puuh, da kam wohl alles zusammen bei ihm!

7 Pynchon August 24, 2009 um 14:18 Uhr

So, nun hab ichs tatsächlich gehört und muss sagen: hat mir sehr gut gefallen!
Allerdings bin ich auch kein Eels-Kenner, besitze lediglich das Doppel-Album…(dessen Titel mir justamente entfallen ist, oh Elend!) von vor vier Jahren ca., wo „The last time we spoke“ drauf ist, große Musik!
Ein paar Songs sind bei mir auch schon gleich hängengeblieben, vor allem „Lilac Breeze“ und „Fresh Blood“. Keine Frage, der kann was!

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