Editors – The Back Room

von Hififi am 28. Oktober 2005

in Musik!

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Da darf man sich jetzt aber wirklich nicht täuschen lassen, denn nur weil Editors aus Birmingham das „The“ weggelassen haben, sind sie doch Trendreiter. Hätten sie eigentlich doch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können, wenn sie sich das Retro-Rock-„The“ geschnappt hätten und zusätzlich Interpol kopieren. So begnügen sie ich mit letzterem und sind dabei so gut, dass ich sehr froh darüber bin, nicht mehr so lange auf das nächste Interpol-Album warten zu müssen.

Spaß beiseite; es gibt auch Unterschiede, kleine aber feine. Editors sind melodieverliebt, die Songs irgendwie verspielt, zumindest verspielter als bei Interpol. Alles Dinge, die man nicht beim ersten Hören erkennt, da bedarf es schon einiger Zeit. Ich habe fürs erste meine Antics an die Seite gelegt und werde von „The Back Room“ gut vertröstet.

Kleiner Gedankeneinschub: davon ausgehend, dass Interpol – wie alle behaupten – Joy Division nacheifern würden (die Band selbst, bahauptet The Chameleons wären der größere Einfluss), und Editors nun Interpol kopieren – wie alle behaupten – muss doch gesagt werden, dass wenn Interpol schon Kopisten sind – also genauso wie Editors – stehen beide Bands auf der selben Stufe, denn nur weil Interpol zuerst da waren, heisst das ja noch lange nicht, dass Editors nicht den selben Idolen folgen, wie eben Interpol. Außerdem welche Band kann heutzutage noch einen eigenständigen Sound aufweisen?

Versuchen wir also den Editors – bestehend aus Russell Leetch am Bass, Schlagzeuger Ed Lay, Gitarrist Chris Urbanowicz und Sänger Tom Smith – eine Chance zu geben und widmen uns den Songs. „Lights“ ist der erste Song und gleich ein Highlight, gleichzeitig ist er der Song, der Interpol am nächsten kommt. Die beiden Singles heißen „Munich“ und „Bullets“ und sind meiner Meinung nach eher durchschnittliche Editors-Stücke, meine persönlichen Favoriten sind (außer „Lights“) noch „Someone Says“ und das mächtig großartige „All Sparks“ mit Zeilen wie „The look in the back room / where we hide all of our feelings“, die sich direkt an alle Gefühls-Autisten dieses Planeten zu richten scheinen.

Der New (New)-Wave hat einen weiteren würdigen Vertreter gefunden und ich bin mal gespannt, wer das Spielchen mitspielt und wer nicht. Und ich hoffe vor allem, dass wir mit den Editors nicht einem weiteren „Great Rock ’n‘ Roll Swindle“ auferliegen.

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