Earthbend – Underground Köln, 28.10.08

von Sterereo am 31. Oktober 2008

in Feierlichkeiten

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Das fröhliche Gedudel des Schifferklaviers unterbettet das wabernde Dröhnen im Gehörgang. Denn vor wenigen Gitarrenanschlägen wummerte noch ein gewaltiger Rocksturm durch den hohlen Innerraum des Kölner Undergrounds. „Harmonia“ heißt das Monster, das noch ausklingt und das neuste Album der aufrechten Indie-Rocker von Earthbend betitelt.

Tage vorher tingelten die Finsterwalder noch mit den deutschen Indie-Urgesteinen von Blackmail durch die heimischen Gefilde. Kein Zufall, schließlich hat der sympathische Kurt Ebelhäuser (Danke noch mal für die Wegbeschreibung beim Melt!) seine Finger im Spiel, nämlich meist an den Reglern. Doch für dieses Köln-Konzert steht einsam der Name „Eartbend“ auf dem Plakat vor der Tür ins Underground. Nun hat die Blackmail-Vorband selbst eine: Sickboy.

Eine kurzweilige Mischung aus schnellem Punk, hartem Metal und 90er-Alternative-Rock. Das ganze klingt anfangs noch unbeholfen, fängt sich allerdings mit Songs, die nach einer Desert Session der Queens of the Stoneage klingen. In Wahrheit mischte hier allerdings erneut der Ebelhäuser-Kurt ab. Alles eine große Familie.

Die wenigen Gäste in der überschaubaren Szene wagen den letzten Schritt Richtung Bühne erst, als sich Earthbend schon die Instrumente umschnallt. Der allerletzte Schritt in den imaginären Burggraben will jedoch heute Abend nicht mehr gelingen. Auch die Technik tritt vorrübergehend in den Streik. Dem Tourgitarristen gehorcht das Instrument samt Kabelage erst beim zweiten Song. Ab hier entfaltet sich die komplette Live-Präsenz des eigentlichen Trios. André Kunze arbeitet das Mikrofon gekonnt zu den nach vorne preschenden Rocksongs. Klare Aussage: get „Ready to Revolt“. Zwischendrin orgelt ein Keyboard unter die breiten Gitarrenwände und den eingängigen Bassläufen. Mitsing-Refrains wie bei „Too Many Stars“ oder „1000 Yard Stare“ werden höflich mit- und beklatscht, womit auch Zweitling „Harmonia“ seine Live-Tauglichkeit bewiesen hätte. Es kommt etwas Wehmut auf, als das Akkordeon auf das Ende des Abends hinweist. Quengelnt holt deshalb Schlagzeuger Tilo Hustan mit einen beherzten Tritt aufs Pedal die Band zurück und diese vor dem endgültigen Abschluss noch einmal Vollgas, dass die Ohren klingeln.

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