Earth – 6.03.2008 Forum, Bielefeld

von Benjamin am 19. März 2008

in Feierlichkeiten

Post image for Earth – 6.03.2008 Forum, Bielefeld

Ein enger Freund von Kurt Cobain gastiert mit seiner Band in Bielefeld. Da es der Freund ist, mit dem der gute Kurt sich Heroin gespritzt hat und der ihm die Schrotflinte besorgt hat, muss ein Boulevardmagazin wie hififi.de natürlich Vertreter hinschicken. Dylan Carlson, der besagte Freund, spielt mit seiner Band einen sehr emotionalen Stonerrock. Gesang gibt es nur bei einem Song des als Einheizer fungierenden Sir Richard Bishop.

Sir Richard Bishop spielt alleine mit seiner Gitarren wildeste Melodien und ist ein wahrer Virtuose an seinem Instrument. Aber toll ist das ganze nicht. Nun ja, die Boulevardreporter lassen ihn spielen und trinken sich ein Bier.

Earth dagegen sind etwas, was ich so noch nie gesehen habe: Carlson sieht aus wie Lemmy von Motorhead ohne Warzen, der Bassist Don McGreevy wie ein etwas in die Jahre gekommenere, aber nicht uninteressanter Frauenschwarm, Adrienne Davis spielt so langsam Schlagzeug, das man vor Ehrfurcht erstarrt und Steve Moore, der das Wurlitzer-Piano und gelegentlich die Posaune bedient, sieht mit seinem schwarzen Haaren und dem Vollbart aus wie jemand, der bei Einreise in die Vereinigten Staaten einige Probleme haben dürfte. Zur Musik: Stonerrock ist wohl die einzige Schublade, in welche man Earth stecken könnte. Das ganze aber sehr langsam, was die Schläge pro Minute angeht, sehr intensiv, sehr düster und emotional. Auf Gesang wird verzichtet. Zu den Songs könnte man sich allerdings gut Mark Lanegans Stimme vorstellen. Die Band spielt vielleicht 6-8 Songs, aber da die Songs auch mal 10 Minuten dauern, kommt man auf seine Kosten. Ein tolles Konzert. Die Ansagen, die Carlson macht, unterstützen die Endzeitstimmung der Musik. Zum Abschluss der Rezension das beste Beipiel: „The next song is about women, drugs, men or religion. Or whatever you choose to ruin you.“

Foto: bandsite

Share Button

{ 1 Kommentar… read it below or add one }

1 JonesKorn März 19, 2008 um 20:41 Uhr

Man nennt diese Musik „Drone“ (bzw. „Drone Doom“). Wer sich da mal weiter reinhören möchte, dem sei das Album [i]Black One[/i] von Sunn O))) empfohlen.

Und ja, das Spiel von Sir Richard Bishop wurde nach dem vierten Stück wirklich etwas zäh, das klang aus der Konserve weitaus spannender. Leider, ich hatte mir da eigentlich viel von versprochen: einen schönen Kontrast zu der düsteren Stimmung von Earth.

Previous post:

Next post: