E For Explosion – Reinventing The Heartbeat

von Hififi am 31. Mai 2009

in Musik!

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„Reinventing The Heartbeat“ ist Melodie pur, jede Pore atmet unvergleichlich schöne Harmonien. Zuletzt begegnete einem dieses Phänomen 1999 in Form von „Clarity“, dem dritten Album von Jimmy Eat World. Zehn Jahre später packt Jamison Covington dreizehn Songs in einen Shoegazing-Kontext, die ansonsten ganz ernsthaft auch auf „Clarity“ sein könnten.

Der große Unterschied zum besagten Album ist dann aber der Sound, die Art und Weise, wie die einzelnen Songs klingen, denn Jimmy Eat World haben mit ihren frühen Werken einem ganzen Genre seinen Klang spendiert, ungefähr das, was damals Emo hieß und fast nichts mit dem zu tun hat, was heute unter dieser Bezeichnung kursiert. E For Explosion zelebrieren die 80er Jahre-Version von „Clarity“, in Verwandtschaft zu Bands wie The Cure, The Jesus & Mary Chain und My Bloody Valentine, allesamt maßgebend für diese längst vergangene Dekade. Das dürfte nicht jedem schmecken, wiederum sind die Songs dann schon wieder zu glatt produziert und die Shoegaze-Einflüsse für viele Ohren sicherlich nicht sofort erkennbar, um Hörer nachhaltig abzuschrecken. Vieles klingt dabei geklaut, nicht, so wie es ja durchaus gewollt sein könnte, als Reminiszenz gedacht, sondern kopiert, aus dem Zusammenhang gerissen und wieder zusammengebaut, Hauptsache eingängig. „Reinventing The Heartbeat“ klingt dadurch geradezu unglaublich weichgespült, anders als z.B. The Jesus & Mary Chain schaffen es die Amis zu keiner Zeit auch nur ein wenig Spontanität oder Improvisation aufblitzen zu lassen, anders gesagt: Überraschungseffekt gleich null.

Andererseits – um zum „Clarity“-Aspekt zurückzukehren – ist der überwiegende Teil der Songs (besonders der Titeltrack und „Sunday“) absolut hitverdächtig. Denn was seinerzeit Jimmy Eat World spielend leicht hinbekommen haben, den perfekten Popsong in ein zeitloses Soundgewand zu hüllen, schaffen E For Explosion zumindest ansatzweise. Sagen wir mal, das mit dem Popsong zumindest.

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{ 1 Kommentar… read it below or add one }

1 otic Juni 1, 2009 um 11:17 Uhr

Hübsche Rezi.
Unglaublich triefende Schnulze, dieses Album.

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