Dum Dum Girls – I WIll Be

von am 4. April 2010

in Musik!

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Genau das brauchen wir im Frühling massenweise, am besten am laufenden Band: Sixties-Girlpop mit etwas Punk, etwas Noise und zuckersüßen Herzensbrecher-Melodien. Könnte nach den Raveonettes klingen? Das tut es auch, schließlich war Produzent Richard Gottehrer bereits für Blondie, The Go-Gos und, ja, The Raveonettes tätig. Aber die Dum Dum Girls gehen ausgelassener und an die Sache als das ehemalige Dogma-Duo aus Dänemark. Um es gleich zu sagen: Der Rock’n’Roll wurde –gottseidank – nicht versucht neu zu erfinden, nur etwas mit der Nagelfeile bearbeitet. Das hier orientiert durchgängig an alten und noch älteren Klassikern, die aber auch im Jahr 2010 kaum etwas von ihrer Wirkung verloren haben. „Blank Girl“ rekonstruiert zum Beispiel die 1962er Schwoof-Schnulze „Rhythm Of The Rain“ von den Cascades. Bei „Oh Mein M“ rockt Frontlady Dee Dee ungemein charmant-unbeholfen auf Deutsch – mit umwerfenden Akzent: „Ich werde mit dir kommen, wenn du mich lässt!“ (Hab ich das wirklich richtig verstanden?!)

Überhaupt macht „I Will Be“ richtig Lust auf eine sexy altmodische Eis-am-Stiel-Hausparty im spießig eingerichteten Wohnzimmer der Eltern, bei der nach und nach einfach die Einrichtung zerlegt werden muss: mit Handtüchern abgedunkelte Lampenschirme, die alte Stereoanlage voll aufgedreht bis die Nachbarn klingeln. Ins Schlafzimmer wird sich kaum jemand zurückziehen wollen, dafür gehen die elf klassischen Alternapop-Perlen zu sehr in die Beine: Tanzen ist angesagt. Alternativ auch hervorragend als Aufwärmer für den nächsten Northern-Soul-Allnighter einsetzbar. Wer also mit leicht angelärmten-DIY-Popzitaten aus den Backkatalogen von The Jesus And Mary Chain, den Beach Boys, den Ramones sowie dem Quadrophenia-Filmsoundtrack etwas anfangen kann und darüber hinaus nicht ständig darüber meckern muss, dass alles irgendwann schon einmal dagewesen sei, findet mit den Dum Dum Girls eine höchst reizvolle Abendbegleitung. Das hier ist nicht zum Diskutieren gedacht! Also, Arsch hoch, Anzug an, Lederjacke drüber und rauf auf den Dancefloor. Unter der Spiegelkugel ist noch ein Plätzchen frei!

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