Driver Side Impact – Lion

von Hififi am 3. Dezember 2008

in Musik!

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Ich lese mir also ganz artig den Waschzettel durch (englisch wie deutsch!) und mir fällt auf, dass nicht EINMAL der Begriff Emo fällt. Da ich Driver Side Impact allerdings schon ein paar Minuten höre, muss ich stutzen, denn nichts anderes spielen die Vier aus Cleveland doch: Emo. Mittlerweile ist das wohl – nicht ganz unbegründeter Weise – zu einer Art Schimpfwort verkommen und bezeichnet fast mehr eine Art Kleidungsstil, als die Musik an sich. Dafür steht dann dort, es solle „poppiger Progressive-Post-Rock“ sein und soviel sei verraten; es stimmt einfach nicht. Poppig vielleicht in dem Sinne, dass Bands wie Panic! At The Disco exakt mit dieser Art Emo kommerziellen Erfolg gehabt haben. Progressive, oder gar Post Rock ist „Lion“ sicherlich nicht.

Woher kommt also der Begriff Emo? Anfang der Neunziger gab es Bands wie Sunny Day Real Estate oder Texas Is The Reason, die diesen Begriff geprägt haben, in gar lebten. Die Zerbrechlichkeit und die Emotionalität ihrer Alben waren ein Zeitdokument, nicht allzu weit weg von Cobain und Konsorten. So etwas kann ich hier bei Driver Side Impact zu keiner Zeit spüren, stattdessen lassen mich die zwölf Songs auf „Lion“ kalt. Es ist einfach gar kein Widererkennungswert zu erkennen, so klingen schlicht und ergreifend die meisten Bands dieser Zunft. Billy Talent, oder halt Panic! At The Disco gibt es eben schon und dann muss etwas getan werden, um sich abzuheben. Sicher, dass ist nicht leicht, aber einfach nur den Sound kopieren, mehrstimmig zu singen und zu hoffen, dass das Kopieren nicht weiter auffällt, reicht einfach nicht. Nicht einmal für Fans dieses Genres.

Bloß eigentlich machen sie das ja nicht einmal schlecht und mit etwas Glück werden sie sicher auch denn Sprung in sich alternativ nennende Großraumdiskotheken schaffen. Und genau da gehört so etwas schließlich auch hin.

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