Dr. Hammer Inc. – Death From Above

von JonesKorn am 20. Juni 2009

in Musik!

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Schaut man sich die Bilder auf der Bandwebsite an, sieht man drei brav gekleidete Brüderchen, die auf den ersten Blick recht harmlos wirken. Sieht man dann genauer hin, wirken sie leicht krank. Aber eins ist klar: dem martialischen Titel von Band und Album zum Trotz, nehmen sich die drei Finnen scheinbar nicht sooo ernst. Und auch wenn das Cover leicht mit den typischen Motiven des Thrash Metal kokettiert, hat die gespielte Musik nichts damit gemein.

Vielmehr bieten die Jungs auf „Death From Above“ hart-schweren Stoner Rock, der ganz ordentlich zu einer langen sommerlichen Autofahrt bei offenem Fenster (mangels Cabrio) passt. Erfahrungen konnten hierfür seit Anfang der 90er Jahre reichlich in anderen Bands gesammelt werden, u.a. in einer KISS sowie einer Motörhead Coverband (die passenderweise Motörheadache hieß). Die drei sind also nicht ganz neu im Geschäft und auch nicht mehr die allerjüngsten. Da verwundert es auch nicht sehr, dass die Scheibe auf dem eigenen Label erscheint – aufgenommen in den Donnerwetter Studios.

Zur Musik: neu erfunden wurde das musikalische Rad hier gewiss nicht. Wir erhalten vielmehr ehrliche Hausmannskost mit schwächelnder Produktion, deren Titel fast immer brachial und vielversprechend beginnen und dann ab der Mitte etwas fad werden. Hierbei schwenken wir zwischen erwähntem Stoner und dem Hard Rock, der aber nie in die radiotaugliche Ecke abtaucht. Bezeichnenderweise sticht ausgerechnet ein Cover am positivsten hervor: „I’ll meet you at midnight“ (im Original von Smokie), das auch in der neuen Interpretation in meinen Ohren überzeugen kann. Weiterer Anspieltipp ist „Deathrow“, das mit den schönsten Riffs des Albums garniert ist. Und, sofern es die mal geben sollte, „Eternal life“ als Karaokeversion.

Mir völlig im Dunkeln bleibt der Sinn der Anspielung „Qualitas potentia nostra“ („Qualität ist unsere Stärke“) im Booklet – der Leitspruch der finnischen Luftstreitkräfte, wie mir Wikipedia freundlicherweise verriet. Aber das hängt vielleicht wieder mit der leichten Schräglage des Gemütszustandes der drei zusammen, und dem Albumtitel.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die Titel leider überwiegend nicht das halten können, was sie jeweils zu Beginn versprechen; fast immer verläuft sich die ganze Spannung. Brüllend laut auf der Autobahn wirklich tauglich, zu Hause auf dem Sofa nicht unbedingt brauchbar.

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