Donots – The Long Way Home

von alex am 19. Mai 2010

in Musik!

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Brüder gibt es im Rock/Pop-Business einige. Die Geschwister Wilson mit dem kongenialen Brian als Songwriter der Beach Boys seien hier genannt, oder die Achers von The Notwist. Beides Beispiele, wie das Vertrautsein seit der Kindheit die eigene Musik antreiben kann. Auch die Donots aus Ibbenbühren bei Münster sind eine solche Band von zwei Brüdern. Antreiben tut das den Sound der Knollmanns in der Tat. Hier schallt bester Skate-Punk aus den Boxen, wie ich ihn auch in meinen Jugendjahren gehört habe. Green Day oder Blink 182 seien hier als Referenzen genannt. Aber an die Klasse der Wilsons oder Achers mag das beim besten Willen nicht heranreichen.

Dem ein oder anderen mag das Stück „Stop The Clocks“ vom Vorgängeralbum „Coma Camelon“ aus Indie-Discotheken bekannt sein. Wobei ich hier das Vorbild „Coffee & TV“ von Blur klar der Donots-Kopie vorziehe. Saß dereinst noch Kurt Ebelhäuser von Blackmail an den Reglern, hat nun Vincent Sorg das Mischpult bedient. Der Sound ist nicht mehr so düster wie auf „Coma Cameleon“, hier dominieren klare, stark komprimierte Gitarrenwände den Klang der Platte. Dabei wird in der Presseinfo vollmundig von einer Weiterentwicklung gesprochen, „The Long Way Home“ – wie der aktuelle Langspieler der Ibbenbührener heißt – soll nicht den Weg der Stagnation von AC/DC oder den Ramones einschlagen. Für mich ist das nicht nachvollziehbar, hören sich die Donots doch 2010 genauso an wie zu ihren Gründungszeiten. „The Years Gone By“ könnte als Beispiel für die laut Presse-Information versprochene Experimentierfreude stehen. Hier versuchen sich die Donots an Country. Die Art von Country, die auf den Zeltfesten des Landes um 3 Uhr des Nachts zum Polonaise-Tanzen gespielt wird. Oder aber die seit der ersten Verwendung einer Fahrradhupe auf „Pet Sounds“ durch Brian Wilson immer und immer wiedergekäuten Effekt-Schnipsel, wie hier die Brille von Gitarrist und Songwriter Guido Knollmann.

Sicherlich gibt es eine Zielgruppe für diese Band. Das Album ist in der Tat sauber produziert und eingespielt. Aber die Zeiten in denen ich mich für diese Stilistik begeistern konnte sind leider schon lange vorüber.

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