Does It Offend You, Yeah? – Don't Say We Didn't Warn You!

von am 11. April 2011

in Musik!

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Eine Platte wie eine bipolare Störung: Auch ihrem zweiten Album ist es anzuhören, dass Dan Coop und James Rushent normalerweise ein Leben als DJs führen und unzählige Remixe für die verschiedensten Bands und Projekte angefertigt haben. Dieses Sammelsurium an Künstlern findet sich in Form von Einflüssen auf �Don’t Say We Didn’t Warn You!� kaleidoskopartig zusammengeballert. Es ist schon bemerkenswert, wie schnell und häufig sich die Stimmungen im Laufe des Albums, und vielfach auch bereits innerhalb der Tracks, ändern. �We Are The Dead� ist ein klassisches Beispiel dafür, wie schizophren und manisch-depressiv die Bandmitglieder mit ihren Sounds umgehen: erst introvertiert-zurückhaltende Midtempo-Gitarren-Indieballade, dann stumpfbollernder Techno-Stomper und wieder zurück. Das Pendel schlägt mal in diese, mal in jene Richtung, bis es umfällt. Hier wächst zusammen, was nicht zusammengehört, denn eigentlich handelt es sich hier um zwei Songs, die einfach ineinandergeschoben wurden. Das wirkt zum Teil grobschlächtig und klotzartig. Trotzdem ist es durchaus unterhaltsam zuzuhören, wie die Band die einzelnen Elemente aufeinanderklatschen lassen wie schrottreife Autos bei einem Stockcar-Rennen. Vor allem Rushents Beteiligung an The Prodigys �Omen� hat seine Spuren hinterlassen. So kann man �Don’t Say We Didn’t Warn You!� vor allem als Amalgam aus elektronischer Prolligkeit und Spacerock-Größenwahn betrachten. Dazwischen tauchen dann plötzlich moderne Indieclub-Tanzhits wie �Pull Out My Insides� auf, als wolle man die entsprechende Klientel auch noch eben mitnehmen. Abgeschlossen wird das Album mit dem sich melancholisch aufbäumenden Muse-Schmachtfetzen �Broken Arms�, der das Dilemma der Band endgültig deutlich macht. Das hier sind nicht nur kleine Ausflüge in andere Genres, sondern ernsthafte, leidenschaftlich ausgestaltete Exkursionen in menschliche Anhöhen und Abgründe. Und das ist eben auch die größte Schwäche von �Don`t Say We Didn`t Warn You!�. Man hat zwar Spaß an den einzelnen Steinchen, die hier verbaut wurden, aber tritt man ein paar Schritte zurück, ergibt sich kein homogenes Mosaikbild, sonder nur ein pixeliger Haufen zusammengestückelter Tracks. Als Kompilation wäre an �Don’t Say We Didn’t Warn You!� kaum etwas auszusetzen gewesen, als reguläres Album wirkt es zu zerfahren. Shuffle-Hörer werden demnach auf jeden Fall glücklich mit den Jungs.

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