Dirty Projectors – Rise Above

von Benjamin am 20. November 2007

in Musik!

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Die Dirty Projectors sind eigentlich Dave Longstreth, der mit wechselnden Musikern seit 2002 diverse Alben und EPs aufgenommen hat. Dem neusten Werk – Rise Above – liegt eine besondere Idee zugrunde: Aus dem Gedächtnis hat Longstreth das Black Flag-Album Damaged nachgeschrieben (er hat es nach eigenem Bekunden seit der Highschool nicht mehr gehört) und aufgenommen. Das Ergebnis: mehrstimmiger Gesang, Querflöten, bisschen elektronisches Fiepsen und vieles mehr. Harter Stoff also!

Vergleicht man die Tracklist des ursprünglichen Black Flag-Albums Damaged mit der von Rise Above erkennt man bereits, dass hier keine 1 zu 1-Umsetzung erfolgt. Was musikalisch geboten wird ist ein meist dreistimmiger Gesang (neben Longstreth übernehmen zwei Frauen die Mikros), der teilweise als Kehlkopfgesang daherkommt und dem ganzen einen exotischen, priester- bzw. schamanenhaften Anstrich verleiht. Überwiegt diese Art des Gesangs fühlt man sich den ferneren Osten, zumindest aber in den nahen Osten versetzt.

Aber auch die Wut des Hardcore-Punks, aus welcher Musikrichtung Black Flag ja bekanntlich kommen, spiegelt sich in kurzen Gitarrenausbrüchen (z.B. in „Depression“) wieder.

Das ganze Album entfaltet sich erst bei mehrmaligem Hören. Die Melodien sind vorhanden, bleiben durchaus hängen (z.B. „gimmie gimmie gimmie“), aber das alles ist und bleibt schwierig. Eigentlich das komplizierteste, was ich bisher an Musik gehört habe. Aber einfach wäre auch langweilig. Ich frag mich allerdings, wer dieses Album kaufen soll? Steht man im CD-Laden und hört rein, hat man nicht die Ruhe und die Zeit es 3-4 Mal durchzuhören. Ich denke auch nicht, dass Black Flag-Fans (ohne diesen zu Nahe treten zu wollen) sich hierfür interessieren. Aber die Idee, die ist toll. Und die Spex hat das Album gelobt. Ich bin verwirrt!

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