Dirty Pretty Things – Waterloo

von Sterereo am 19. August 2006

in Musik!

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Die Libertines sind tot, es leben Dirty Pretty Things. Wo mich die Babyshambles mit ihren eigenwilligen Reggae-Ausflügen eher enttäuscht haben, klingt Waterloo genau richtig nach dem wilden Punk `n` Roll der unsterblichen Libertines.

Carl Barât braucht Drogen-Pete wirklich nicht. Zunächst wird sich ausgiebig geräuspert und dann schrebbeln in gewohnter Art die Gitarren. Dazu das bekannte Schlagzeugspiel des ebenfalls Ex-Libertine Gary Powell, das klingt vertraut, das klingt toll. Bereits der dritte Track ist eine wundervolle Single. „Bang Bang You Are Dead“ beginnt mit einem unerwartetem Trompetensolo und geht spätestens im eingängigem Refrain richtig ins Ohr. Das klingt etwas nach „Up the Bracket“, jedoch etwas weniger Doherty-Rotz. Und dass ist durchaus positiv zu vermerken. Die Songs tragen eindeutig Barâts Handschrift, wie könnte es auch anders sein? Helle Gitarren samt grooviger Bass sind eine genauso einschlagende Kombination wie der Titel selbst: „Gin & Milk“. Erinnert an den Auftritt von Barât im britischen Fernsehen, sturztrunken und mit Milchflasche in der Hand. „If You Love A Woman“ klingt etwas frecher als die vorherigen Nummern, mag daran liegen das hier Barâts britischer Akzent voll ausgefahren wird und die Stimme sich lustig überschlägt. Danach geht es liebevoll weiter „You Fucking Love It“ ist hektisch und eine wundervolle Punknummer. Danach kühlt die Platte etwas ab, Clap-Effekte und nette Melodien gibt es bei „Wondering“.

Nicht verwunderlich ist aber, dass das Album ohne Skandal-Pete an manchen Stellen weniger improvisiert wirkt. Auch ist es weniger exotisch geraten als das Babyshambles-Album „Down in Albion“. Wer also die Libertines mochte, der wird auch Dirty Pretty Things mögen – kein Zweifel.

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{ 8 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen August 19, 2006 um 12:57 Uhr

Äh, wollte mich morgen mal an eine Rezension und zwar genau über diese Platte machen! Aber nun gut, hätte nix anderes geschrieben als Sterereo! Sehe das ganz genau so! Großartiges Album! Einfach nur Rock at it’s best!

2 Sterereo August 19, 2006 um 19:35 Uhr

Hat bei mir ja auch ein paar Tage gedauert, bis ich endlich was übers Album geschrieben hab. Generell biste eh etwas faul geworden, wenn ich mir so anschaue, was du so vor einiger Zeit noch alles geschrieben hast.

3 Sterereo August 20, 2006 um 00:47 Uhr

Da war ich wohl zu vorlaut. Bald gibts wieder Sampler! 🙂

4 Hififi August 20, 2006 um 11:04 Uhr

RockinBen hat nur vier Rezensionen weniger als du. Also mal ganz piano. An dieser Stelle würde ich ja jetzt so einen bescheuerten augenzwinckernden Smiley machen, wenn ich welche machen würde.

5 alex August 20, 2006 um 15:08 Uhr

komme grad von einem festival wieder, auf dem die hier rezensierte band gespielt hat.

die jungs (mit ausnahme des drummers) waren so betrunken, dass sie nicht mehr gerade stehen konnte und barat war so fertig, dass er weder seine einsätze noch seinen text wusste und nur irgendwas rumgebrummt hat. gitarrist und bassist mussten ihm ständig seinen text ins ohr sagen. da die selber aber nicht mehr richtig reden konnten („wwweee haaad a a a verrrry loong n-n-ight ….“) hat das auch nicht viel genützt.

absolut entäuschend und peinlich!

6 alex August 20, 2006 um 15:10 Uhr

achso, die babyshambles waren auch angekündigt, wurden aber erst verschoben und haben dann „zufällig“ komplett abgesagt.

7 RockinBen August 22, 2006 um 21:30 Uhr

@Alex: Dann warst Du wohl auf dem Pukkelpop, oder? Ein bisschen neidisch bin ich da ja schon! Also haben die DIRTY PRETTY THINGS auf dem Festival mal ordentlich die Rockstars raushängen lassen. Aber das Album, das ist der HAMMER! Großer Rock, ums mal wieder zu betonen!

8 alex August 28, 2006 um 00:37 Uhr

richtig. pukkelpop. ganz tolle sache. vor allem radiohead. und die raconteurs. das waren meine highlights.

stimmt schon. war rockstar attitüde. trotzdem fand ich es nicht gut. aber wohl alles, wie immer: ansichtssache.

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