Director – I'll Wait For Sound

von Benjamin am 10. November 2009

in Musik!

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Es wird immer schwieriger ein nächstes Rock-Album in einen Kontext anderer Rock-Alben zu stellen. Mit Rock soll hier erst einmal die Instrumentierung von Schlagzeug, Bass, Gitarre(n), Klavier oder Orgel und Stimme gemeint sein. Bestimmte Klangräume im Rock sind so ausgeleuchtet, dass man keine dunkle Ecke mehr als Band finden kann, die man als seinen kleinen Platz beanspruchen kann. Ganz bestimmte The-Bands in den letzten Jahren haben einen Haufen unerheblicher Alben gemacht. Alben, die so uninspiriert klangen, dass sie letztendlich gar nicht da waren. Ihr Schall verschwand im Nichts, bevor es ein Ohr erreich konnte. Sie gingen im Rauschen von verwaschenen halbverzerrten Gitarren, nörgelnden Stimmen, schleppenden Drums und unhörbaren Bassgitarren unter. Diese Alben hatten nichts aus der Rockgeschichte gelernt, hier waren ein Haufen Dilettanten angetreten, um ihre eigene Vision zu offenbaren… die aus einer grauen Fläche bestand. Director aus Irland kann man nun – nach dieser ganzen Einleitung – ganz und gar nicht dazu rechnen. Man stelle sich nur einmal vor, Anfang der 80er Jahre hätte es keine Synthesizer gegeben; was hätten dann Dave Gahan, Martin Gore und Co. für Musik gemacht? Sie hätten im Proberaum gestanden und womöglich so wie Director geklungen. Es gibt einen Pop-Appeal im Rock, der den Rock seiner Eintönigkeit beraubt und ihm einen Charakter der Kunst verleiht, ohne sich an Ohren schleimen zu wollen, die ewig nur das Gleiche vertragen. Diesen winzigen Pop-Appeal haben Director gefunden und in ihre Songs auf „I’ll wait for sound“ einfließen lassen. Den einen kleinen Weg im Rock zu finden, den noch keiner gegangen ist, kommt einen Hochseilakt gleich: links wartet der Abgrund der Rotzigkeit without a cause, womit man nur bei Leuten landet, die immer sagen „sie würde alles querbeet“ hören also gar nichts, und rechts kann man kaum noch herunterfallen, weil dort schon so viele abgestürzt ist, also taumelt man mit den anderen ohne Ziel herum. Director klingen jetzt trotz klassischer Instrumentierung so mysteriös, wie es Interpol manchmal nur erahnen lassen. Bei Interpol denkt man manchmal, hier könnte es gleich interessant werden, bei Director wird und bleibt es die ganze Zeit interessant. Sie haben auch die Produktion in warme wissende Hände gegeben, Brad Wood macht seinem Namen alle Ehre und lässt Director nicht kalt sondern hölzern klingen, Hall auf der Stimme, aber nicht zu viel, Verzerrung auf den Gesamtsound, aber nicht zu viel, alles sehr dezent, den Rest denkt man sich dazu. Hölzern aber nicht im Sinne von starr, sondern im Sinne von fest und bestimmt aber gemütlich und einladend. Auf „I’ll wait for sound“ erwarten einen tatsächlich ganz große Songs, wie „You see“ zum Beispiel, mit ganz verhaltenen und versteckten Sounds, die nur hervorlugen und gleich wieder wegschweben. Director sind so groß, ohne groß sein zu wollen. Bescheiden könnte man auch sagen, und die Größe kann man ihnen dann beim immer wieder hören verleihen.

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