Delphic – Acolyte

von Benjamin am 29. Januar 2010

in Musik!

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Delphic konnte man im letzten Jahr als Vorband von Bloc Party auf deutschen Bühnen bewundern. Da passen sie auch hin: Wie Bloc Party findet das Trio aus Manchester die Wurzeln in den 1980er Jahren. Wobei der Opener klingt nach Bloc Party. Aber ansonsten ist die Referenz doch eher New Order, manchmal auch nach Manchester Rave.

Der schon erwähnte Opener „Clarion Call“ gaukelt allerdings ein bisschen was vor: Hört man die Gitarre hier noch gut raus, verschwindet sie auf dem Rest des Album überwiegend im Hintergrund. Jeder Song passt aber in die Schublade Elektro-Indie. Delphic versuchen, was ich nur begrüßen kann, die Texte geistreich zu gestalten. Der Gesang von James Cook ist sehr klar und melodisch. Die Texte, zumal Zeilen oftmals wiederholt und/ oder geloopt werden, bleiben so im Ohr. Allerdings fehlen gelegentlich die Kanten oder anders formuliert: Gesanglich ist das ganze sehr glatt, musikalisch dagegen sehr filigran und vielschichtig. Die ganzen Knöpfchen die gedreht, die Tasten die gedrückt, die Saiten die angeschlagen werden – alles ergibt einen guten, runden Sound, der sowohl im Radio, auf der Tanzfläche und zum Entspannen über Kopfhörer funktionieren kann. Erwähnenswert ist auch, dass die Songs oft die 4minuten Grenze überschreiten. Vor allem der Titeltrack „Acolyte“ (fast 9min) funktioniert wie ein DJ-Track. Lange musikalische Passagen, Gesang wird geloopt und untergemischt, Pausen eingebaut und Themen wieder aufgenommen. Würde man zwischen den Songs keine kurzen Unterbrechungen einbauen (müssen) sondern sie ineinander übergehen lassen, dann wäre das DJ-Set für die Indielektro-Disse perfekt. Spannend bleibt jetzt die Frage, ob Delphic ein Album zum „Immerwiederhören“ aufgenommen haben oder ob man Acolyte in 6 Monaten vergessen hat. Ein „Blue Monday“ habe ich jedenfalls – trotz aller Pop-Elemente – nicht entdecken können.

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