Delain – April Rain

von JonesKorn am 25. März 2009

in Musik!

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Ausführliches bis opulentes Keyboardspiel, Metalattitüde und vorwiegend weiblicher Gesang mit hoher Stimmer: da muss man sich fast zwangsläufig dem Vergleich mit Nightwish stellen. Wenn man obendrein aus den Niederlanden kommt, dann werden auch gleich Within Temptation als weiteres Messinstrument herbei bemüht. Ob man das nun will oder nicht…

Was also unterscheidet Delain von den genannten international erfolgreichen Bands? In erster Linie einmal eben dieser Erfolg. Haben Nightwish doch zu ihren Glanzzeiten bis Anfang der 2000er eine Lanze für diesen Musikstil gebrochen (selbst meine Mutter findet die toll), konnten hiervon Bands wie Within Temptation – durchaus eigenständig – profitieren und ebenfalls Anerkennung, Lob und reichlich Rotation auf MTVIVA einfahren. Und haben nicht letztlich auch die entfernter verwandten Evanescence einen guten Teil des Schwungs für ihren eigenen Erfolg nutzen können?

Hier wollen Delain auch noch hin und so hat man sich ab 2002 vom Studioprojekt mit verschiedenen Gastmusikern zu einer konstanten Band entwickelt, die mit April Rains ihr zweites reguläres Album präsentiert. Aber die Konkurrenz ist groß, allein die Niederlande scheinen einen sehr guten Nährboden für die Mischung „Symphonic Metal“ (und verwandtes) mit Frontfrau zu bieten: auch Epica, Nemesea und After Forever haben hier ihre Wurzeln. Von Visions Of Atlantis oder Edenbridge aus Österreich ganz zu schweigen. Und die haben alle größtenteils durch mehr Präsenz (in Form von Alben) bereits ihre Fanscharen um sich gesammelt, der Markt ist also nicht so einfach um Sturm zu nehmen.

Dieser Herausforderung stellen sich die Musiker um Keyboarder Martijn Westerholt (der bis 2001 für Within Temptation in die Tasten gehauen hat) selbstbewusst. Der Namenspatron und Opener des Albums zeigt sich zunächst aggressiv bevor Charlotte Wessles‘ regelrecht lieblicher Gesang die Ohren streichelt. Das hört sich wirklich frisch und gut an, macht Lust auf mehr und dieser gute Eindruck hält auch noch die nächsten beiden Titel vor. Rechtzeitig werden dann zu „Control the storm“ längere männliche Gesangspassagen (Marko Hielata, Nightwish) eingestreut, „On the other side“ wartet mit einer Cellobegleitung auf und in „Virtue and vice“ finden sich (zu) kurz und knapp sogar Grunts, beigesteuert durch Bandgitarrist Ronald Landa. Abwechslung und Einfallsreichtum sind also vorhanden und werden bewusst eingesetzt.

Trotzdem verflacht das Album leider während der Gesamtspielzeit von knapp über einer Dreiviertelstunde mit jedem Titel etwas. Beim abschließenden Titel „Nothing left“ hilft Marko Hielata zwar noch einmal aus, aber die Kurve bekommen Delain auch hiermit nicht mehr. Die neuen Nightwish oder Within Temptation sind hier sicher noch nicht geboren, wer aber deren Musik oder auch Scheiben der übrigen oben aufgezählten Bands mag, kann ab dem 27. März 2009 beruhigt beim soliden „April Rain“ zuschlagen. Die erste Viertelstunde ist wirklich groß, einfach mal kaufen, vielleicht gefällt ja auch der Rest. Und das limitierte Digipak bietet nicht nur die schönere Verpackung sondern auch noch einen Bonustrack.

Für den geneigten Hörer stehen auch schon einige Tourdaten (2009) für Deutschland fest – passend zum Albumtitel überwiegend im April:

21. März Essigfabrik, Köln

16. April Marx, Hamburg

17. April Knaack Klub, Berlin

18. April Hellraiser, Leipzig

19. April Underground, Köln

21. April Nachtleben, Frankfurt

22. April Rockfrabrik, Ludwigsburg

23. April Paradox, Ingolstadt

24. April Backstage, München

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