Deerhoof – Deerhoof vs. Evil

von Pynchon am 26. Januar 2011

in Musik!

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Es brauchte nicht viel, um mich vor geraumer Zeit für die US-amerikanische Indie-Band Deerhoof zu begeistern, im Grunde reichten schon ein paar geniale musikalische Schmuckstücke wie „The Perfect Me“, „+81“ (beide vom 2007er Album „Friend Opportunity“) oder „Fresh born“ („Offend Maggie“ aus 2008) und ich war sofort Feuer und Flamme für den innovativen wie frischen Sound des Quartetts, das – wenn auch nicht in der aktuellen Besetzung – bereits seit 1994 am Start ist.

Ohne lange um den heißen Brei zu reden, das neueste Werk „Deerhoof vs. Evil“ ist eine betörende, experimentierfreudige, abwechslungsreiche Ansammlung erstklassigen Indie-Pop-Rocks, der keine Fragen oder Wünsche offen lässt, mit der einzigen Ausnahme vielleicht, dass das Album mit gerade 35 Minuten Laufzeit schon ein wenig kurz geraten ist. Dafür sind die einzelnen Songs, insgesamt zwölf an der Zahl, genau auf den Punkt gebracht. Den Anfang macht das in katalanischer Sprache vorgetragene „Qui Dorm, Nomes Somia“, ein für Deerhoof typischer Stilmix mit Elementen aus Noise- und Psychedelic-Rock, aus dem vielleicht ein wenig Sonic Youth oder auch der Beck der „Odelay“-Phase durchklingen, mit einer Vielfalt an Instrumenten und Rhythmuswechseln, absolut faszinierend. Mit „Behold A Marvel In The Darkness“ wird das Tempo etwas angezogen, die anbetungswürdige Stimme von Sängerin Satomi Matsuzaki schwebt träumerisch über dem gekonnten Geschrabbel der Gitarren. Die experimentellen Momente sind jedoch nie Selbstzweck, im Gegenteil sind Deerhoof absolut melodisch und zum Abrocken auf Konzerten bestens geeignet.

Wunderschön sind auch die ruhigeren Stücke, wie etwa „No One Asked To Dance“: „Walk out the window, look through the door, dance all night, ask for more“, heißt es da, untermalt von einem verklärten Gitarrensound. Deerhoofs Texte sind immer ein wenig rätselhaft und verschroben. In „C´Moon“ wechselt Satomi in ihre japanische Muttersprache: „Kage no kaga nigashita moon, Kohira“, was ich in etwa so übersetzen möchte: „Der Mond verschwand im Schatten, genau so“. Vielleicht der schönste und spannendste Song überhaupt, irgendetwas zwischen melancholischem Kinderlied und Flower Power-Drogentrip, das süße Gift einer Melodie, die aus fernen Zeiten und Ländern zu kommen scheint.

Ohne die Rezi noch unnötig in die Länge ausarten zu lassen, was in Bezug auf Deerhoofs kurze Stücke auch völlig unpassend wäre, verbleibe ich mit einer dringenden Empfehlung, diese Band – sofern noch nicht geschehen – unbedingt zu entdecken. Großartige Musik!

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