Death Cab For Cutie – Ringlokschuppen Bielefeld, 24.11.08

von Hififi am 27. November 2008

in Feierlichkeiten

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Death Cab For Cutie haben dieses Jahr mit ihrem neuen Album wieder zu alter Stärke zurückgefunden. „Narrow Stairs“ schließt konzeptionell wieder an „Transatlanticism“ von 2003 an, wo die typischen Death Cab-Popsongs gegen elegische Rocksongs antreten mussten. „Plans“ (2005) manövrierte die Band in eine Sackgasse aus Zuckerwatte und massenkompatiblen Hooklines. Dass sie dort nicht mehr verweilen mögen, zeigt eine Singleauskopplung wie „I Will Possess Your Heart“, die sechseinhalb Minuten ohne Gesang auskommen muss, während denen tranceartige Melodiefolgen aneinandergereiht und wiederholt werden. So etwas ist natürlich die Ausnahme und so sind an diesem Abend die meisten Songs tanzbar und manchmal ein wenig langweilig.

Los geht es mit „Bixby Canyon Bridge“, was mit einem hypnotischen Gitarrenriff aufwartet, zu dem Ben Gibbard begleitend singt, bzw. summt. Auf dem Album klingt seine Stimme eigentlich wie eine weitere Gitarre, aber live – mangels Verzerrung – ist es überflüssig und Gibbard scheint es zu wissen und lässt es wieder bleiben. Ein gelungener Opener für Album und Konzert bleibt dieser etwas andere Death Cab-Song allemal. Danach der nächste Opener: „The New Year“ von „Transatlanticism“ eröffnet selbiges und wird an zweiter Stelle vorgetragen. Noch ein wenig druckvoller und rockiger als der Vorgänger, passiert auf der Bühne einiges. Ben Gibbard vollführt eigentlich eh immer die gleichen monotonen Bewegungen, wenn er vor seinem Mikro steht, aber Bassist Nick Harmer variiert da schon mehr und simuliert in gebeugter Haltung leicht spastisch aussehende Zuckungen. Anschließend bekommen die Besucher das übliche Hit-Programm geboten und da ähneln sich so manche Songs doch sehr. Unglaublich melodisch, ja klar, aber doch wenig variantenreich, sodass sich ein kleines Hangover bei mir breit macht. Aber „A Movie Script Ending“ und „I Will Follow You Into The Dark“ sind zweifelsohne hervorragende Songs, die vom Publikum auch auf angemessene Weise beklatscht werden. Nach ca. 90 Minuten und nach einer fulminanten Zugabe mit „Transatlanticism“ (Track!) als Schlusspunkt, ist alles gesagt. Und auch bei mir hat sich noch einmal ein Hauch von Begeisterung breitgemacht.

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