Dear Reader – Café Central Weinheim, 04.10.2009

von Kathy am 12. Oktober 2009

in Feierlichkeiten

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Gleich zwei persönliche Premieren am selben Tag: Mein erster Besuch im Weinheimer Café Central und meine sozusagen erste akustische Begegnung mit der Band Dear Reader aus Johannesburg. Letztere fand schon am frühen Nachmittag daheim statt und liess beim Durchhören des Albums „Replace Why With Funny“ die Vorfreude auf das Konzert am Abend steigen.

Am Ort des Geschehens dann angekommen fallen zwei Dinge ins Auge: Das Café Central ist echt gemütlich (Warum war ich hier eigentlich noch nie?) Und: Ich bin um 20.00 Uhr der erste Gast. Die junge Frau, die mit einem Rollkoffer durch die Räumlichkeiten läuft, hat sich nicht etwa bei der Suche nach dem Hotelzimmer verirrt, sondern ist Dear Reader Sängerin Cherilyn McNeil höchstpersönlich. Poster, Platten und T-Shirts zaubert sie aus ihrem Gepäckstück und platziert sie eins nach dem anderen auf dem Merchandising Stand. Hier wird also noch mitangepackt!

Nach und nach füllt sich nun auch der Raum und rund eine gute Stunde später beginnt der Support Ramona Falls. Ich persönlich muss beim Namen Ramona komischerweise an ein kleines dickes rothaariges Mädchen denken, aber hier betreten nun gleich fünf Musiker die Bühne. Brent Knopf ist Kopf des Projekts Ramona Falls und hat den Bandnamen nach einem Wasserfall in seiner Heimat Portland in Oregon gewählt. Die weiteren vier Künstler sind bereits Dear Reader in Person.

Die Vorband beinhaltet also quasi den Hauptakt, geht sowas? Geht sogar gut und das ist kein Zufall. Herr Knopf nämlich ist Produzent des Dear Reader Albums „Replace Why With Funny“. Klingt ein bisschen wirr, ist es aber nicht. Der Musikstil geht in die gleiche experimentelle Richtung und ist damit eine exzellente Einstimmung für das Hauptkonzert. Dennoch gibt es eine klare Abgrenzung zu Dear Reader, da Brent Knopf hier deutlich im Mittelpunkt steht und den Gesang übernimmt. Dabei wirkt er abwechselnd unbeholfen in seinen Bewegungen und glasklar konzentriert beim Musizieren. Nach einer Dreiviertelstunde verabschieden sich alle Fünf artig beim Publikum, um dann nach einer kurzen Pause wieder in gleicher Besetzung auf der Bühne zu erscheinen.

Nun steht aber Dear Reader vor uns. Cherilyn McNeil übernimmt die zentrale Position am Klavier in der Mitte der Bühne und beginnt das Programm mit „Never Goes“. Weitere großartige Lieder wie „Bend“, „Dearheart“ oder „The Same“ folgen, und man erwischt sich selber abwechselnd lächelnd, nachdenklich zuhörend oder aber es läuft einem der ein oder andere wohlige Schauer über den Rücken. Cherilyn und das zweite Gründungsmitglied Darryl Torr werden bei ihrer Performance neben Brent noch von Michael Wright am Schlagzeug und einer weiteren Dame an der Violine unterstützt. In der zweiten Hälfte des Konzerts setzt Darryl Torr nun verstärkt den Effekt des sogenannten Loopings ein. Gesangspassagen von Sängerin und kurze eingespielte Melodien werden aufgenommen und übereinandergelegt, so dass Tonspur für Tonspur ein sich stetig füllendes Gesangklangerlebnis entsteht.

Zum letzten Stück „Great White Bear“ ein paar Worte von Cherilyn zum Inhalt des Liedes: Es ist unmöglich einen weissen Eisbären per Infrarot zu orten, da er schlichtweg zu dick ist. Was ihn dadurch zu einem perfekten Versteck macht. Spätestens nach dieser etwas verrückten Geschichte und dem dazu hinreißend vorgetragenden Titel hat sie mit ihrem Charme wahrscheinlich alle Herzen im Saal verzaubert.

Foto: Myspace.com/dearreadermusic und Kathy

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