De Staat – Machinery

von alex am 27. April 2011

in Musik!

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„Machinery“ lautet der Name des Zweitlingswerks der Holländer von De Staat. Großes Thema scheint die Industrialisierung um 1800 zu sein. Die Band posiert auf dem Pressefoto um eine seltsam anmutende Maschine herum, die sehr wohl dem England des 19. Jahrhunderts entstammen könnte. Dabei sind die fünf jungen Männer von De Staat passend in weiße Arbeiterhemden, mit schwarzen Mützen und von Hosenträgern gehaltenen Jeans gekleidet.

Die gewählte Thematik schlägt sich auch im Sound der Gruppe nieder; mittels moderner Elektronik wird hier in der Tat ein Klanggewand erschaffen, das entfernt an Gerätschaften vergangener Tage erinnert. Songs wie „Old MacDonald Don’t Have No Farm No More“ sprechen Bände, hier wird in einer Textzeile – die auch als die Einzige des Stücks über mehrere Minuten wiederholt wird – eine harsche Wirtschaftskritik geübt. Lieder wie das mit Schlagzeug, Bass und Gitarren klassisch instrumentierte, sehr treibende „Ah, I See“, das mit vielen Elektronik-Schnipseln aufgepeppte „Tumbling Down“ oder das träge „Back To The Grind“ zeigen aber dann eindeutig an, wohin es eigentlich gehen soll: Auf die Tanzfläche. Die Kritik um die Entwicklungen der Neuzeit, die eigentlich als Aufhänger des Albums herhalten sollte, scheint plötzlich wie weggeblasen.„Psycho Disco“ und „Serial Killer“ ergeben für mich beim ersten überfliegen „Psycho Killer“, einen Song der Talking Heads. Diese sind auch einer der Haupteinflüsse der Gruppe, dicht gefolgt vom Stoner Rock der Queens Of The Stone Age. Nur schaffen es die Holländer nicht ganz an diese großen Vorbilder heranzureichen. Die schier grenzenlose ausgefallene Kreativität der Lieder eines David Byrne bleibt dann doch in weiter Ferne. Auch die QOTSA mit ihren immergleichen Beats werden imitiert, nur was bei den Queens auf Albumlänge zu überzeugen weiß wird hier spätestens auf der letzten Hälfte des 52 Minuten andauernden Langspielers zu einem eher zähen Vergnügen. Nichtsdestotrotz, De Staat ahmen auf hohem Niveau nach und so findet diese Band vollkommen zu recht viele Anhänger auf den Tanzflächen. Es ist ja nicht jeder ein so verkopfter Schreiberling wie ich. Anhören hat in jedem Fall viel Spaß gebracht!

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