Das weiße Rauschen

von Benjamin am 27. April 2006

in Film ab!

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Daniel Brühl kenne ich aus „Goodbye Lenin“, der Film without a cause. Mit der ganzen Ostalgie konnte ich nie etwas anfangen, sie erschien mir eher als Verklärung als Erinnerung. Aber vergessen wir „Goodbye Lenin“ und schauen uns „Das weiße Rauschen“ an, für den Daniel Brühl den Deutschen Filmpreis als bester Schauspieler gewonnen hat. Sieht man die erste Szene des Films, weiß man eigentlich schon, warum. Dort steht Daniel Brühl auf einer Wiese und spielt Verwirrtheit. Die spielt er so gut, dass man Gänsehaut bekommt. Sich verzaubern lassen soll man bei einem Film, egal welches Genre es ist, und das geschieht in der ersten Szene. Da weiß man noch nicht, dass diese Verwirrung erst mal von einem Rausch kommt und nicht von der Schizophrenie, der Daniel Brühl als Hauptdarsteller wenig später im Film zum Opfer fällt. Als Laie fühlt man sich dann im Verlauf des Films manchmal ein klein wenig überfordert, denn die Wackelkamera, sehr wahrscheinlich viele improvisierte Szenen, der holprige Schritt, die belassenen Farben, all das fordert einen heraus, sich mehr mit dem Film zu beschäftigen, als man es normalerweise müsste. Ist das Dogma?

„Das weisse Rauschen“ besticht durch präzisen Aufbau, genaue Erzählung in diesem Dogma-Rahmen. Daniel Brühl spielt die Schizophrenie überzeugend, kein over-acting, kein überflüssiges Geschrei, Gestotter, kein Anbiedern, es wird nicht auf die Tränendrüse gedrückt oder Mitleid geheischt.

„Das weiße Rauschen“ ist ein Film, der aufatmen lässt, in filmischer und dramaturgischer Hinsicht, aber auch im allgemeinen Rahmen deutscher Filme.

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1 alex November 4, 2006 um 00:10 Uhr

stimmt. ein wirklich toller film, mit einem großartigen hauptdarsteller.

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