Dante´s Dream – Episodes

von Pynchon am 27. Februar 2010

in Musik!

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Bei „Dante´s Dream“ denken wir vermutlich zunächst einmal an den italienischen Renaissance-Dichter und erzittern unweigerlich in Gedanken an sein schauerliches Inferno – doch gemach, in diesem Fall ist mitnichten von jenem Dante Aligheri die Rede, sondern vielmehr von einer jungen, vierköpfigen Band aus Leipzig, die mit „Episodes“ ein feinsinnig komponiertes Pop-Album vorlegt, dass niemandem Angst einflössen wird.

Im Pressetext unter dem Begriff Eclectic Pop verschlagwortet, unterliegt die Newcomer-Band offenkundig unterschiedlichen Einflüssen, die man im Groben einer harmonischen Spielart der Pop-Musik zuordnen kann. „Dante´s Theme“, der gemächlich-gefällige Akustik-Opener, lässt schon mal eher ruhige Töne erwarten. Wenn ich sage, dass mich das folgende „Supernova“ an „Fury in the Slaughterhouse“ erinnert, ist das nicht so boshaft gemeint, wie es sich anhört. Dafür ist der Song doch ganz solide komponiert und würde im nachmittäglichen Radioprogramm nicht weiter negativ auffallen.

Mit dem Titelsong „Episodes“ wird es dann interessanter, da er etwas eigenes und durchaus inspirierendes hat, mit hübschen Tempowechseln und einem griffigen Zusammenspiel von Schlagzeug und Gitarre – der beste Song des Albums. Die anfangs unspektakuläre Nummer „Insane, they say“ kippt plötzlich in eine Art Philip Boa-Abgründigkeit (wobei Boa natürlich nicht wirklich „abgründig“ zu nennen ist) mit verzerrten Instrumenten und gequältem Gesang ab – komische Assoziation, aber da mäandert doch plötzlich tatsächlich der alte Werbe-Hit „Spaceman“ von Babylon Zoo aus den neunziger Jahren durch meine Erinnerung. Insgesamt, inklusive einer pseudo-rockigen Schreiattacke am Ende, eher ein unausgegorener Track.

Dennoch sind die etwas schrägen, experimentelleren Stücke doch erinnerungswürdiger als ruhige Pop-Schosen wie „Give in“, die allzu widerstandslos und ergriffen mit zart gezupften Gitarren-Saiten dahin plätschern, ohne eine Langzeitwirkung erzielen zu können.

Das gilt, bei aller Ambition der durchaus nicht untalentierten Musiker von „Dante´s Dream“, für das gesamte Album.

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