CSS – Cansei De Ser Sexy

von Pynchon am 28. September 2007

in Musik!

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CSS – Cansei De Ser Sexy

„Ich bin es leid, sexy zu sein!“ Wer hat das nicht schon einmal resigniert seinem Spiegelbild entgegnet? Die brasilianischen Newcomer von CSS, einer Frauenpower- Rockband mit elektronischen Einflüssen, hat sich die Aussage zum Motto gemacht und sich Cansei de ser sexy genannt.

Aufmerksam wurde ich auf CSS, die in diesem Jahr ihr Debüt beim traditionsreichen Label Sub Pop vorgelegt haben, durch die Übertragung des französischen Open Air- Festivals Rock en Seine- dem kulturliebenden ARTE-Sender sei Dank! Nicht nur bekanntere Rock-Bands wie Kings of Leon oder die kanadischen Songtüftler von Arcade Fire wurden bejubelt, insbesondere der Auftritt von CSS sorgte für Aussehen und war ein echtes Highlight.

CSS musikalisch einzuordnen oder mit anderen Bands zu vergleichen, ist zwar müßig, bietet sich aber irgendwie, ihrer Originalität zum Trotz, an. Die rockige Ausrichtung, innovativ und phantasiereich, mit elektronischen Elementen angereichert, habe ich bereits angesprochen. In Sachen Energie und virtuoser Tanzbarkeit stehen CSS den angesagtesten und besten frauendominierten Bands unserer Zeit, den New Yorker Yeah Yeah Yeahs und den Long Blondes aus Sheffield, sicher in nichts nach- für mich ganz persönlich sind sie noch vor den Long Blondes die musikalische Entdeckung des Jahres.

Cansei de ser sexy umfasst 11 Stücke, beginnt mit dem rotzigen CSS Sucks, und hoppla!, CSS sind frech und halten ironischen Abstand zu sich selbst. Soweit, sogut, es folgt mit Patins ein absoluter Klasse-Rocksong, der Ohrwurm-Qualität hat und unbedingt – sei es im Einkaufszentrum, im privaten Zimmer, unter der Dusche, beim Geschlechtsverkehr – mitgetanzt und abgefeiert werden muss: geht gar nicht anders! Der folgende Song Alala betont die Disco-Affinität der Band, bevor mit dem genialen Let´s make love and listen to death from above eines meiner Lieblingsstücke des Albums und vielleicht des gesamten Jahres ansteht. Lässiger Rhythmus, sparsam eingesetzter Elektro-Background und gezupfter Bass dazu, wieder was für die Tanzfläche. Wer das Album bis dahin nicht zumindest zu schätzen weiß, dem ist kaum zu helfen. Unter den folgenden Stücken finden sich Titel wie Art Bitch, Meeting Paris Hilton und Music is my hot hot sex, die irgendwie schon einen Eindruck von der lässigen Indie-Credibility geben, ohne dass man sie genauer musikalisch analysieren müsste.

Ein Wort aber noch zum Song Alcohol, neben Patins und Lets make love mein Favorit des Albums. Alcohol kommt zunächst ein wenig schräg daher, plötzlich mischt eine Mundharmonika munter mit, die Melodie kippt leicht ins skurril-folkloristische, Frontfrau Lovefoxxx (heisst wirklich so) singt von den surrealistischen Erlebnissen unter Alkoholeinfluß: „This is so weird, am I sleeping? Is this a dream? No!- huuh huuh, huuh huuh…“

Hola chicas- Consei de ser sexy rockt und ist am Ende des Jahres ganz sicher eines der Lieblingsalben für viele Hififis, einschließlich für mich- versprochen!

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