Collective Soul – dto.

von Benjamin am 20. August 2009

in Musik!

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Als 1994 mit Kurt Cobains Selbstmord der Grunge auch einen Index zum Symbol des Verfalls des Grunge bekam, musste diese entstehende Lücke mit etwas gefüllt werden, da konnte nicht nur Leere und Niedergeschlagenheit bleiben. Mit Soundgarden, Alice in Chains und Nirvana gab es eine Menge harter Sounds und depressiver Lyrics im Grunge, Pearl Jam waren zwar nicht depressiv aber intensiv, der Rest trieb sich entweder im rebellischen Crossover von Biohazard und Rage Against The Machine herum oder widmete sich Slacker-Outfits wie Beck und Pavement. Vom Metal ganz zu schweigen. Soweit die Charts und der Mainstream. Für die verbleibende Menge an Kids, die gitarrenorientierte Musik hören wollte, für die aber alles obige zu aufwühlend war, kamen eine Reihe an Bands ans Tageslicht, die gleichzeitig etwas wollten, aber nicht zu viel Leidenschaft aufwirbeln konnten. Das waren in den USA Collective Soul mit ihrem ersten Album „Hints, Allegations and Things Left Unsaid“, Candlebox, Soul Asylum und Counting Crows. Die Single „Shine“ von Collective Soul konnte von europäischen Hörern bei der MTV-Show „US Top 20“ gesehen und gehört werden, im Tagesprogramm lief der Titel nur selten. Das lag daran, dass das Publikum in Europa mit vorhandenen größeren Gitarren-Bands bedient war, hier wollten Kids in der Mehrheit auch Eurodance und Kinderrave hören, in den USA sah das schon anders aus. Dort kamen ja auch noch andere Post-Grunge Bands größer raus (für eine Zeit zumindest), wie Sugartooth. Für ein europäisches Publikum wird es dann mit Collecitve Souls neuem selbstbetiteltem Album wieder nicht zu mehr als einem anerkennenden „nicht schlecht“ reichen, denn wir sind hier mit ähnlicher Musik durch Raemonn oder auch Hoobastank zu genüge bedient. Das Album rauscht mit seinen 11 Tracks, alle in Single-Länge ohne größere Aufmerksamkeiten an einem vorbei; wenn Collective Soul damals eine Lücke füllen konnten, die nur einen tiefen Fal abbremsen sollte, so sind sie mit ihrem aktuellen Sound für den deutschen Markt recht überflüssig. Gefällig kann man das, was Collective Soul machen, nennen, für Verkäufe wird das nicht reichen. Es klingt größtenteils nach Alternative Rock mit leicht souligem und poppigen Einschlag zzgl. einer gehörigen Portion U2. Wenn die jungen Nachbareltern, die in der Werbeagentur arbeiten, am Sonntag zum Frühstück vorbeikommen und man zeigen will, dass man keine Chartmusik mag, aber natürlich auch keine wirklichen Störungen hervorrufen will, kann man Collective Soul anmachen. Dabei kommt einem vor Erschrecken nicht gleich der Vollkorn-Toast hoch, und man hat nachher nicht das Gefühl popbesudelt zu sein.

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