Coldplay – Viva la Vida (or Death and all of his Friends)

von am 17. Juni 2008

in Musik!

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Oha, Chris Martin & Co. sind zurück. Mit neuem Album und alten Stärken? Die Wahl des Produzenten verspricht schon einmal Großes. Brian Eno saß an den Reglern und der ist spätestens seit U2’s zeitlosem und besten Album „The Joshua Tree“ eine feste Größe auch als Produzent. Nach einem halb guten, halb enttäuschenden dritten Album „X&Y“ waren die Erwartungen an Coldplay natürlich mal wieder groß. Da war eben dieser Hit über diese Farbe auf dem ersten Album, seitdem haben Chris Martin und Konsorten das „Problem“ weltbekannt zu sein und Millionen Fans zu haben.

Groß also auch die Aufgabe, der sich Eno hier angenommen hat. Ihm zu verdanken sei es angeblich auch, dass Coldplay sich während der Aufnahmen noch einmal zusammengerottet haben, statt für immer getrennte Wege zu gehen. So so, also musikalisch und menschlich ein Genie, wie wird dann erst das Album?! Der Titel des neuesten Machwerks ließ dann erst einmal erschaudern. „Viva la Vida“, oh wie lebensbejahend. Etwas erträglicher, wenn nun auch künstlich philosophish final nun mit dem Zusatz „or Death and all of his Friends“. Der Titel laut Chris Martin eine Schachtel Pralinen für die Fans, jeder soll sich wählen, was er mag. Wer ein trauriges Album möchte nennt es „Death and all of his Friends“, die Optimisten nennen es „Viva la Vida“. Ähnlich auch die Verteilung der Song. Die Meisten sind nämlich zwei Songs, die erste Hälfte Powerpop, die zweite Balladen, zum Beispiel „Lovers in JapanReign of Love“ und egal bei welcher Hälfte natürlich immer mit großen Gesten. Das Problem mit diesem Album? „Parachutes“, DAS Coldplay Album wurde vor nunmehr zehn Jahren veröffentlicht und war als Album nahezu perfekt. Das können Coldplay nicht mehr toppen, eben so wenig, wie zum Beispiel U2 es niemals schaffen können „The Joshua Tree“ zu toppen und die gibt es 20 Jahre später immer noch, immer noch auch mit guten Alben, aber im Vergleich zu „The Joshua Tree“ verblassen diese recht schnell. Das ist aber nicht schlimm. Auf dem neuen Machwerk sind mit „Cemetries of London“, „Viva la Vida“, „Violet Hill“ und „Death and all of his Friends“ große Coldplay Hits, nach denen sich viele aktuelle Bands die Finger lecken würden. Das typische Coldplay-Problem ist hierbei, dass diese Songs so Überlebensgroß sind, dass andere Songs auf dem Album dagegen erblassen und auch recht schnell geskippt werden. Bei Feeder wäre beispielsweise ein Song wie „Yes“ vermutlich ein Riesenhit, bei Coldplay fällt er wegen Weltmusikelementen und teils untypischem Coldplay-Soundkleid bei Kritikern schnell durch. Das Soundkleid, das Coldplay hier verpasst kriegen gefällt insgesamt, teilweise aber verklärt Brian Eno dann die Songs doch zu sehr mit klebrigen Schichten von poppigem Soundbrei, wie bei „Strawberry Swing“. „Viva la Vida…“ ist das, was Coldplay seit „A Rush of Blood to the Head“ immer wieder abliefern. Ein Album mit vielen Coldplay-Stadion/Radio-Hits, zu 60% gut, zu 20% ok und zu 20% na ja. Also für die Zukunft vielleicht EPs und diese Zukunft haben Coldplay garantiert, irgendwer muss ja die Lücke füllen, die U2 in 20 Jahren hinterlassen werden.

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{ 9 Kommentare… read them below or add one }

1 Iain Juni 17, 2008 um 20:03 Uhr

bitte hier jetzt keine diskussion zum angeblichen songklau von chris martin, das ertrag ich nicht ;o)

2 Sterereo Juni 17, 2008 um 20:16 Uhr

Oh, gibt’s da eine? Die klauen ja auch alle immer, genauso wie Madonna und Michael Jackson, böse Buben.

Jedenfalls lockt mich die Musik leider nicht mehr so sehr. Habe mir das erste Viertel gerade reingefahren und bin nicht sonderlich überrascht, dass Coldplay meinen momentanen Musikgeschmach empfehlen, gelinde ausgedrückt. Mal schauen, wie es weiter geht. Diese Songzwiespaltung, naja.

3 Ariane Juni 17, 2008 um 21:25 Uhr
4 Sterereo Juni 17, 2008 um 23:13 Uhr

verfehlen, sollt es natürlich heißen…tztztz

Aber das Video ist interessant, so sänge Chris Martin also mit Schnurrbart. 😉 Der große Skandal ist es aber auch nicht. Dafür klingen beide Songs zu sehr nach Coldplay…

5 Ariane Juni 18, 2008 um 07:49 Uhr

komm mit dem argument bloß nicht unserer freundin, die den andrew kennt XD
die geht grad ganz schön ab und da coldplay für sie eh die ausgeburt des teufels sind… ^^
ach, creaky boards kommt das doch recht. wenn se wirkich was dagegen hätten etc. dann solln se nicht son lustiges video machen, sondern chris martin verklagen oder so. allerdings hätte der bessere chancen grad ne klage wegen rufmord zu gewinnen.
es ist fast mehr pr für coldplay als für creaky boards. es ist immer nur „coldplay coldplay coldplay“.. die hätten mehr WIR WIR WIR machen solln XD

6 Hififi Juni 18, 2008 um 10:11 Uhr

Ich muss wiedersprechen, denn „A Rush of Blood to the Head“ empfinde ich als ebenso stark wie „Parachutes“. Dann kam „X&Y“ und damit Stadionrock. Endstation, Sackgasse und wirklich traurig um diese ehemals fantastische Band. Ich weiß gar nicht, ob ich mir „Viva la Vida“ überhaupt anhören werde, eigentlich interessiert es mich nicht mehr.

7 Iain Juni 18, 2008 um 10:27 Uhr

na des ist zum glück subjektiv. ich find parachutes nach wie vor genial, abwechslungsreich und unterhaltsam. a rush of blood hatte schon erste längen, teilweise öde songs und war etwas zu glatt poliert. x&y find ich dagegen sogar eigentlich richtig gut ;o)

8 Hififi Juni 18, 2008 um 10:42 Uhr

Ok, dann sind wir uns doch zumindest einig, dass „Parachutes“ ihr bestes Album ist, oder?

9 Iain Juni 18, 2008 um 10:53 Uhr

absolut 🙂

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