Cold War Kids – Loyalty to Loyalty

von Benjamin am 13. Oktober 2008

in Musik!

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Nach dem überragenden Debüt aus dem letzten Jahr (wenn man den hiesigen Veröffentlichungstermin nimmt) legen die Cold War Kids mit „Loyalty to Loyalty“ nach. Das Zweitwerk ist ein wenig schwieriger als „Robbers & Cowards“. Es fehlen die vordergründigen Hits, lediglich die Single „Something is not right with me“ bleibt direkt im Ohr.

Ansonsten gibt es das, was man vom Debüt gewohnt ist: Grandiose Melodien, verstörende Klavier-Dissonanzen, rohes Gitarrenspiel, düstere Texte, unglaubliche Percussions. Das meiste mit altem Vintage-Instrumenten aufgenommen, die die Bandmitglieder sammeln. Im schleppenden Opener „against Privacy“ tropft die Gitarre vor sich hin und mit intensivem Gesang erklärt Nathan Willet die derzeitige Lage der Gesellschaft, in der Privatsphäre abgeschafft ist. Der Song baut sich langsam auf und der Bass spielt sich in den Vordergrund. „Mexican Dogs“ wird vom Rhythmus getragen, an dem sich auch die Gitarre beteiligen muss.

Die Sozialkritik in „Welcome to occupation“ (die jungen Ellenbogen-Aufsteiger werden besungen) wird eindrucksvoll musikalisch umgesetzt: Der Song wirkt gehetzt und rücksichtslos. Zu den Zweifeln der potentiellen Selbstmörderin in „Golden Gate Jumpers“ taucht immer wieder – leicht verfremdet – die Melodie von „Dream a little Dream of me“ auf. Bei „Relief“ kommen elektronische Beats ins Spiel, wobei der einsetzende Bass schnell die Aufmerksamkeit verlangt. Da stört auch der Kehlkopfgesang während der Strophen nicht. Aber auch „Relief“ ist nur einer von 13 großartigen Songs, die bei jedem Hören mehr offenbaren, mal findet man hier eine Dissonanz, die einen aufschrecken lässt, mal hier eine Melodie.

Wer die limited Edition kauft, der wird mit einer DVD belohnt, die Einblicke in das Bandleben und die Aufnahmeweise gibt. Und: es gibt Interviews mit den Eltern der Bandmitglieder, welche durchaus Aufschlüsse über die Persönlichkeiten der Band zulassen. Ungewöhnlich für eine (Indie-)Rockband. Aber bei den Cold War Kids ist das Ungewöhnliche normal, das Zerstören von (Hör-)Gewohnheiten gehört dazu. Tolle Band, tolles Album, bitte mehr!

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