ClickClickDecker – Den Umständen Entsprechend

von Sterereo am 12. Februar 2009

in Musik!

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Herz runter, Floskel raus. Kevin Hamann mag Redewendungen. Für diese Erkenntnis braucht es nur ein kurzes Gespräch. Doch in seinen Texten füllt er manch’ hohle Phrase mit Herzblut, Witz oder Sehnsucht, bis sie zur Parole reicht. „Den Umständen Entsprechend“ ist eine davon. Eignet sich als saloppe Antwort auf persönliche Gemütsempfindungen ebenso wie zur Beschreibung seines neuen Albums.

Denn erstmals durfte ClickClickDecker in ein ordentliches Studio. In den Betriebsferien der Barner 16 ging er mit Tobias Bade und Oliver Stangle in die 17Studios. Dort erweckten die drei Kumpels die von Kevin mitgebrachten Songs gemeinsam – als Band – zum leben. Diesem Umstand entsprechend klingen die Lieder organischer, teilweise sogar ordentlich druckvoll, wie beim (kräftigen) „Händedruck am Wendepunkt“, wo es heißt: „Bin ungeschminkt für dich natürlich nicht nur unsichtbar/Komm wir geben dem Kind einen Namen/Und warten auf den, der nicht kam“.

Die Stärken von ClickClickDecker liegen in diesen Wortklaubereien, welche von den Melodien umschlossen zu ergreifenden Liedern reifen. Klar scheint dieser Ansatz manchen „zu verkopft/zu ambitioniert“ vorkommen, wie er selbst beim sehnsüchtigen „Einbahnstraße“ vorweg nimmt. Aber die Ehrlichkeit dieser Worte sprühen aus dem Album heraus und sind so auf sympathische Art tatsächlich auffällig ungeschminkt.

Wer also erwartet, dass der Wahl-Hamburger bei seinem neuen Album die „Landungsbrücken raus“ steuert und damit in Gefilde vordringt, in denen Hansestadt-Schulbands wie Tomte und Kettcar treiben, muss umdenken. Der Gesang ist rauer, der Gegenwind stärker und ClickClickDecker insgesamt (tisch)kantiger. Denn das sind die Umstände und die sind diesmal besonders gut gewesen.

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