Christian Kjellvander – I saw her from here/ I saw here from her

von Benjamin am 18. Dezember 2007

in Musik!

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Christian Kjellvander ist ein schwedischer Songwriter, der eine längere Zeitspanne seines Lebens in den Vereingten Staaten von Amerika, genauer in Houston, Texas, verbracht hat. Natürlich kommt man da mit Country in Berührung. Das dominiert dann auch sein aktuelles Album „I saw her from here/ I saw here from her“.

Das herausragende Merkmal Kjellvanders ist seine sonore Stimme, die mal poppig rüberkommt, mal altersweise wirkt. Musikalisch ist das ganze mal sehr gesetzt wie bei „Poppies und Peonies“, mal spannend wie bei „Bird Black Sky“. Kjellvander hat seine besten Momente, wenn er etwas ausprobiert, wenn die düstere Stimmung musikalisch mit schweren Gitarren oder einem schwermütigem Piano unterstützt wird. Oder wenn er sich von einer Trompete begleiten lässt, also immer dann, wenn er traditionelle Country-Folk-Pfade verlässt. Das Album ist wie geschaffen für Winterabende vorm Kamin, oder das verschlafene Sonntagvormittage mit der/dem Liebsten. Was nicht verwunderlich ist, denn die meisten Songs entstehen bei den Kjellvanders Zuhause vorm Kamin. Der schmale Grat zwischen Klischee und Idylle. Eine alte Kirche in Schweden diente als Aufnahmeort, was sich in „Sons of the coasts“ mit seinen Orgeleinsätzen und der sakralen Grundstimmung wiederspiegelt. Aber bei Kjellvander passt alles zusammen, die Musik, Art und Ort der Aufnahme, das Cover mit den nachts fotografierten Schwänen und das Booklet, in dem sich die Texte handgeschrieben neben Zeichnungen der Gattin befinden.

Weh tut diesem Album niemanden, schlecht ist es auch nicht, aber als Hörer wünscht man sich, dass Christian Kjellvander ein wenig mutiger wäre und seiner Musik kleine Störfeuer untermischt, damit sich auch beim zehnten Durchlauf die Spannung erhält. Die Ansätze sind gut, aber die Gefahr der Langeweile ist allgegenwärtig.

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