Chokebore – Black Black

von Hififi am 26. März 2007

in Musik!

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Es ist gesünder dieses Album nicht zu oft zu hören. „Black Black“ hält was der Titel verspricht, ist ein Album voller Schmerz, Selbsthass und Verzweifelung, der Soundtrack zum Entlieben nach einer gescheiterten Beziehung. „I never feel sorry again“, singt Troy Bruno von Balthazar in seiner unnachahmlich lethargisch, destruktiven Weise. Hier wird getrotzt, noch nichts bereut, endlich wieder allein.

„You Are The Sunshine Of My Life“ zeigt einmal mehr wie destruktiv und zynisch dieses Konzeptalbum geworden ist, „She thought I owned her, but I’m sleeping with somebody new, lying to somebody new“. “Black Black” bewegt deshalb, weil dieses Thema jeden früher oder später beschäftigen wird, vielleicht auch jeder einmal durch den Sumpf des Selbstmitleids gewatet sein muss. Der Vierer kommt übrigens aus Hawaii, den Platz an dem auch wirklich niemand diese Art von Musik erwarten würde, genau diesen Gegensatz, das Gebrochene findet sich auf diesem Album wieder. Der Vorgänger („A Taste For Bitters“) war sicher auch kein vertonter Strandurlaub, aber das da mit dem 98er Machwerk gleich die Apokalypse auf den Hörer wartet, war nun wirklich nicht abzusehen. Es gibt nichts annähernd Positives auf „Black Black“, die Gitarren schleppen sich dahin, das Schlagzeug klingt nach Galeere und besagter Sänger jault, als sei die Pistole schon geladen. Einzig „Alaska“ klingt ein wenig nach alten Zeiten, dem Indie der Anfangstage, aber textlich nimmt die Hasstirade weiter seinen Lauf, „You remind me of Alaska…“ Im anschließenden „The Sweetness“ heißt es dann „I am dark blue, I’m my own death and locusts and dogs love me“, dazu muss nichts mehr gesagt werden, hier steht kein Stein mehr auf dem anderen. „The Rest Of Your Evening“ ist über 15 Minuten lang und fordert noch einmal alles, dieses mal klingen selbst die Gitarren, als würden sie sich anschicken aus dem Fenster zu springen, Troy holt zwischendurch tatsächlich schöne Gesangsmelodien aus sich heraus, die dann gleich in einem Meer unglaublich verzerrter Instrumente untergehen. Mit Wohlklang soll das hier nichts zu tun haben. Im Booklet steht unter den Texten, „words by Troy“. Ich kann gut verstehen, dass die anderen Drei dafür keine Verantwortung übernehmen wollten. Im Endeffekt haben es alle überlebt, auch ich, der dieses Album eindeutig zu oft gehört hat.

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