Chikinki – Bitten

von Hififi am 6. April 2011

in Musik!

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Wenn es zu Beginn noch eher einem großen Kuddelmuddel gleichkommt, als zumindest einer gleichförmigen Spaßfahrt durch die letzten beiden Dekaden ernsthafter U-Musik, die guter Pop mit Elektro-Sprengseln zu vereinen weiß, sind es eben nur drei Songs, die es bedarf, danach scheint alles klar. Chikinki haben es mit „Bitten“ endgültig hinbekommen, diesen Querverweis an eben die besten Bands der letzten beiden Jahrzehnte herzustellen und von einer Hommage ist hier nicht die Rede, da es durchaus zeitgerecht serviert wird.

Aber eben 15 Jahre in der Tretmühle der britischen Popkultur gehen an niemanden spurlos vorbei und die Inspiration des braven ostpreußischen Fleißes (es wurde in Berlin aufgenommen) haben das fünfte Chikinki‘sche Album zu einer Art Vorzeigewerk der eklektischen Möglichkeiten werden lassen, das trotz alledem im Pop fußt. Die Art Pop, der eingängige Melodien mit der gewissen Prise Etwas vereinen. (Und wenn ich wüsste, wie das geht, würde ich es selber machen)! Wenn es dem Hörer vielleicht eh gerade das UK angetan hat, dann ist es vor allem die Stimme von Rupert Browne, die in ruhigen Momenten, der Erzählstimme eines Phelim Byrne von Day One gleich („Deadhead“ & vor allem „Mystery Man“) – belegt und Bristol funkt gegebenenfalls in die Grammatik – die begeistern kann. Dann wieder in den höheren Lagen an Band of Horses erinnernd („All For One“), bestechen die übrigen Songs doch zumeist so sehr durch Eigenständigkeit, dass hier von einem kleinen Brit Pop-Wunder die Rede sein darf, eines das selbst dem Manchester Rave huldigt, der oft schon vom Radar verschwunden schien, aber nun einmal einer musikalischen Eruption gleichkam.

Und noch in einem anderen Zusammenhang muss „Bitte Bitte“ hervorgehoben werden, denn es huldigt den ehrwürdigen Gang of Four, um ganz beifällig in einem zuckersüßen Refrain zu verfallen, und… na ja, das ist doch genau das was zeitgenössische Musik ausmacht: einen Hauch eklektischer Hybris, die durch ihre grandiosen Melodien ihre Daseinsberechtigung im vollen Maße bestätigt. Ein einziger Ohrwurm auf Albumlänge!

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