ce la d’or – simple songs in c# minor

von Hififi am 4. Oktober 2006

in Hausmusik

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Vor über zehn Jahren kamen vier Freunde direkt aus der Wüste, um den alteingesessenen Rockbands das fürchten zu lehren. Die Rede ist von Kyuss und der Geburtsstunde des Desert Rocks. Diesen haben unsere drei Protagonisten aus Kirchlengern auch gehört und ins neue Jahrtausend gerettet. Kirchlengern ist tiefste Einöde, agrarwirtschaftlich erschlossene Steppe irgendwo in der nähe von Herford, insofern stimmt der Vergleich: Langeweile schreibt die besten Songs.

Im Falle von „Retrosepective“, dem gelungenen Opener der EP, hinkt der Kyuss-Vergleich auch keineswegs. Die Wand aus runter gestimmten Gitarren steht, es besteht nicht der geringste Anlass auch nur einen Akkord sauber anzuspielen, denn dreckig muss es klingen, das ist Konzept. Der Bass wird nur in den ruhigen Experimentalphasen in den Vordergrund gerückt, ansonsten mischt Micha Beton an. Sönke trommelt um sein Leben, und klingt hin und wieder nach dem verstorbenen Who-Drummer Keith Moon. Immer wieder gibt es kleine Gitarrensoli, die in bester Josh Homme Manier einfach über die Riffs drüberdudeln, und Alex singt/gröhlt sehr gekonnt, dafür das er eigentlich gar nicht singen kann. Das ist gut, das ist frisch und wahrscheinlich schon der beste Song von den Vieren. „…Whatever“ geht mehr in Richtung Retro-Rock, das spartanische Riffing zu Beginn erinnert gar an die Strokes, das Finale allerdings wieder sehr an „Retrospective“. An dritter Stelle bekommen wir es gar mit einem Instrumentalstück zu tun, einem Monster von Instrumental. „maybe we should talk a little louder so the girls in the rear row will hear us” steigert sich in 4:16 Minuten zu einem eruptiven Ausbruch zwischen Space und Post. Der Beginn besteht aus einer kleinen unschuldigen Melodie, die sich immer mehr verzerrt und in einem sirenenartigen Solo mündet, bis endgültig das ganze Ensemble Kopf steht. Balladesk ist „Oh cutie, I shall leave now“ geraten, eine vor sich hin schremmelnde Gitarre trifft auf Alex´ sehnsüchtigen Gesang. Auch hier wieder ein Finale aus lauten Gitarren, in dem Alex Unterstützung von Sönke bekommt, der den Hintergrundgesang beisteuert. Besonders schön ist allerdings die Interpol-Lead Guitar geraten.

Alles in allem ist wirklich nichts auszusetzen an “simple songs in c# minor“: Die vier Songs sind abwechslungsreich – vielleicht mal abgesehen von einem ähnlichen Songaufbau – und verspielt, aber auch schon irgendwie routiniert. Interessant zu sehen wo es hingeht, schließlich haben ce la d’or schon jetzt ein recht beachtliches Niveau erreicht.

Cover (zum vergrößern anklicken)

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{ 5 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen Oktober 4, 2006 um 17:50 Uhr

Nen paar mal gehört die Songs und muss sagen, ja, gefällt mir! Ist gut!

2 otic Oktober 5, 2006 um 11:15 Uhr

Mr Hififi geht ganz eindeutig zu inflationär mit Keith Moon-Vergleichen um!
😉

3 Hififi Oktober 5, 2006 um 12:50 Uhr

Stimmt, aber in diesem Fall kommt´s hin, und bei den Secret Machines habe ich den Vergleich in John Bonham umgewandelt, was ja auch viel besser passt.

4 josh November 2, 2006 um 19:01 Uhr

Hab gerade Maybe we should talk….. beim Paderborner Uni Radio gehört. Geiler Song. Weiter so, Jungs.

5 alex November 8, 2006 um 20:00 Uhr

es freut uns ausserordentlich, dass unsere musik gefällt 🙂

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