Carol Clerk – Pogue Mahone/ Kiss my arse – Die Geschichte der Pogues

von Benjamin am 12. November 2009

in Musik!

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Ein Buch über eine der Bands, die das Interesse an irischer beeinflusster Musik in den 1980/90er wieder geweckt haben. The Pogues mit ihrem charismatischen Sänger Shane Macgowan lassen eigentlich einige spannende Geschichten erwarten. Vor allem weil sie mit ihrem punkigen Irish Folk Bands wie Flogging Molly oder Dropkick Murphy inspiriert haben. Auch erwartet man lustige Geschichten vom Alkoholiker und Ex-Junkie Macgowan.

Das Werk von Carol Clerk ist auf Einzel-Interviews mit vielen Beteiligten um die Band aufgebaut. Alle Bandmitglieder kommen zu Wort, Wegbegleiter, Mitglieder der Roadcrew, die Ex-Manager uvm. Die Idee ist gut, leider kommen so viele Wiederholungen zustande. Es langweilt doch, wenn jeder Song von seinem Urheber besprochen wird und wenn dann bei den herausragenderen noch fast alle Bandmitglieder ihren Senf dazugeben, dann wird es ganz schnell langweilig. Auch wenn bei jedem Album der Studioprozess genauestens beleuchtet wird, dann interessiert das höchstens Hardcore-Fans. Wer den Skandal sucht (Sex, Drugs, Irish Folk), der muss lange suchen. Es gibt sie hin und wieder. Aber wer mal was in der Boulevard-Presse über Pete Doherty oder Amy Winehouse gelesen hat, den kann es nicht schocken, wenn das ein oder andere Bandmitglied mal alkoholbedingt ausfällt. Namen bekannter Musiker liest man allerdings viele: Elvis Costello war lange mit der Band auf Tour und produzierte ein paar Aufnahmen. Er war nämlich in die Bassistin Cait O’Riordan (vorher wohl mit Edwyn Collins liiert) verknallt und ehelichte diese auch später. O’Riordan und Costello fielen im Übrigen durch einige Eskapaden auf, die dann auch zur Trennung von der Band führten. Nach Macgowans drogenbedingtem Rausschmiss war übrigens ein gewisser Joe Strummer für eine kurze Zeit Leadsänger. Touren mit U2, The Jesus and Mary Chain, im Vorprogramm von Bob Dylan, Treffen mit Tom Waits, Kate Moss oder Johnny Depp haben die Pogues auch vorzuweisen. Nun ja, das kann man alles in diesem dicken Buch nachlesen, welches in einigen Situationen richtig Lust macht, mal wieder nen Pogues-Album aufzulegen. Allerdings ist die deutsche Übersetzung sehr dürftig: eine häufig an der englischen Sprache orientierte Syntax erschwert gelegentlich das Lesen. Auch Rechtschreib- und Grammatikfehler finden sich häufig, so häufig, dass es unangenehm ist!

PS: Pogue Mahone, der ursprüngliche Name der Band, ist gälisch und bedeutet Kiss my arse.

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