Caribou – Swim Remixes

von Hififi am 14. November 2010

in Musik!

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Eins muss ich voranstellen, einfach nur um alle Klarheiten zu beseitigen: Caribous „Swim“ war für den Rezensenten ein absoluter Meilenstein, ein kaum zu erreichender Monolith an elektronischer Tanz-Musik. Was passiert mit Remixen? Sie erklingen im neuen Gewand möglichst neu und innovativ, aber wie soll ein Meilenstein wie „Swim“ sich adäquat neu erfinden lassen?

Der erste „Odessa“-Versuch von den Junior Boys ist sehr traurig, klingt nach abgehackten Neunzigern, und darf sofort vergessen werden. „Leave House“ mit seinem weinerlichen Gesang im House-4/4-Takt bringt es zumindest auf die Tanzfläche, generell (um dem Ganzen vorzugreifen, gelingt es eigentlich niemanden, die vertrackten Dance-Beats zu reproduzieren), aber Motor City Drum Ensemble lassen sich nur billige Acid House-Effekte einfallen, die ich allerdings als alter Fan der Schule hören mag, eben die Art Trance-artige Equilizer-Spielchen, die Ende der 80er, Anfang der 90er für Begeisterung sorgen konnte. Mit dem „Bowls“-Remix mischen sich die Karten komplett neu, denn offensichtlich hat sich jemand Gedanken gemacht und in bester Pantha du Prince-Manier erstmal alles auf Anfang gestellt. Mit Glocken und Gebimmel und dem Minimal-Bass; ich bin hingerissen, absolut fantastisch, aber auch sehr, sehr progressiv, hypnotisch eben. Ein Meisterwerk! Die durchaus erwähnenswerten Fuck Buttons gehen in Sachen Hardcore-Dance mal wieder an ihre Grenzen, ich aber auch, obwohl die Stakkato-Beats was M.IA.-mäßiges haben, sich aber eh niemand an sie herantraut. Im Folgenden werde ich mich eh nur noch an Innovationen entlang hangeln, obwohl es so viel Gehässiges zu schreiben gäbe. DJ Kozes Remix von „Found“ ist hinreißend, eben etwas, was aus viel Mittelmaß mit eigentlich immer den selben Techno-Beats herausragt, aber nun einmal treibt, als ob es kein Morgen geben würde. Und dann das: Gavin Russom’s Rework ist mindestens genauso genial geraten wie eben einmal mehr Pantha du Prince, so absolut ab vom Schuss, diese Sorte fesselnden Techno, die nur selten entsteht, offensichtlich manchmal nur durch Auftragsarbeiten.

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