Canyons Of Static – Farewell Shadows

von JonesKorn am 27. Januar 2012

in Musik!

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Die US Amerikaner von Canyons Of Static haben ihre bisherigen Veröffentlichungen seit ihrer Gründung 2005 überwiegend in Eigenregie herausgebracht. Mit Oxide Tones haben sie für „Farewell Shadows“ aber ein (deutsches) Post Rock Label gefunden, dass sie hierbei unterstützt und damit nicht zuletzt die Möglichkeit bietet, sich selbst stärker auf den musikalischen Schaffensprozess zu konzentrieren.

Bereits in 2010 hat sich das ursprüngliche Quartett um Ehepaar Severson (sie Keyboard, er Gitarre), Biertzer (Bass) und Gaffney (Drums) zur besagten Standardbesetzung durch Elert mit einem zusätzlichen Gitarristen verstärkt. Der hat erfolgreich zum Gelingen des aktuellen Albums beigetragen, das man mit etwas mehr als dreißig Minuten Spielzeit knapp noch als Langspieler bezeichnen kann.

Präsentiert wird ein Instrumentalwerk, das irgendwo (am ehesten) im Ambient beginnt und uns in den insgesamt fünf Stücken langsam in die ausführliche Post Rock Welt von Canyons Of Static führt. Genau genommen findet diese Entwicklung bereits in den einzelnen Liedern selbst immer wieder neu statt. Dabei überfordern sie den Hörer nie durch überzogene musikalische Irrgärten. Tatsächlich sind viele Themen und deren Einzelteile eher einfach und erhalten ihren Reiz durch die Intensität und die Entschleunigung, mit der sie entfaltet werden. Vergleicht man die Titel mit einem verpackten Geschenk, so ist das Auspacken selbst, das Entfernen des Papiers, bereits wichtiger Teil dieses Geschenks. Es wird nicht achtlos heruntergerissen, vielmehr werden die Klebestreifen vorsichtig entfernt und nach dem umklappen jeder Ecke wird alles noch einmal genau betrachtet. Und man denkt: hier hat jemand etwas mit viel Herz verpackt. Das funktioniert auf „Farewell Shadows“ erstaunlich gut, das Prinzip würde bei einem längeren Album aber möglicherweise den Bogen überspannen.

Wenngleich der Post Rock hier nicht auf den Kopf gestellt wird, dazu ist das Album zu knapp und die Stücke haben zu wenige Alleinstellungsmerkmale gegenüber Veröffentlichungen anderer Bands, ist „Farewell Shadows“ allemal eine Empfehlung wert. Wer gerne zu den Klängen von Sigur Rós, Mogwai oder Explosions In The Sky abdriftet, der wird auch von Canyons Of Static nicht enttäuscht.

Als Anspieltipp seien die letzten beiden Titel „Veil“ und „Drift“ genannt, bitte in der Reihenfolge und ohne Unterbrechung, so dass sie ineinanderfließen können; das scheint auch von den Musikern so vorgesehen. Das kürzere Stück „Veil“ ist dabei als epischer Wegbereiter für „Drift“ zu verstehen, das wiederum gleichzeitig das dynamischste Stück und auch das Glanzlicht auf diesem Album ist.

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