Calling Linus – Everything Was Fine, But Then … Monday

von Hififi am 14. April 2006

in Hausmusik

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Rich Man In The Sky sind tot! Lang lebe Calling Linus! Ganz so schlimm ist es dann doch nicht, nur hat „Everything Was Fine, But Then … Monday“ recht wenig mit Christian Swobodas Hauptband zu tun. Mit geradezu kindlicher Experimentierfreude geht der kleine Linus zu Werke, kreiert ein durch und durch homogenes Album ohne Lückenfüller, dafür wird gepostrockt und drauflos geschrammelt was das Zeug hält.

Weniger homogen ist allerdings das Intro geraten: Klingt schon etwas gewöhnungsbedürftig wenn Linus seine Stimme in ungeahnte Höhen schwingt, von RockinBen auch liebevoll den „Alternative Knabenchor“ genannt. „The Only Thing“ klingt schon wesentlich programmatischer, die Schrammelgitarre gehört zum Standard, unterstützende Synthies und vor sich hinhüpfende Beats sind zum Markenzeichen geworden. Linus Stimme klingt manchmal mehr nach Jonathan Donahues (Mercury Rev) verträumter Koboldstimme, als nach der etwas rockigeren Variante bei Rich Man In The Sky und passt somit perfekt zum Gesamtbild. Als äußerst singletauglich erweist sich „The End Of Everything“ mit seinem lockeren Riffing und dem gelangweilt runtergesungenem Refrain über den fast tanzbaren Beat, so eingängig wird es nur noch einmal mit „Space In Time“, der verträumten Ballade. „Space In Time“ ist die Verschnaufpause, der Pausentee zwischen schweren, anstrengenden Songs wie „Jimmy Won´t Come Home“, mit der schönen Krachpassage. Ordentlich Krach gibt es auch bei „Thieves“ zu hören, kaum zu glauben, so verschleppt und disharmonisch der Song auch beginnt, baut er sich wundervoll auf, die Gitarre löst die Stimme ab und begibt sich in einen ungestümen Klimax aus Gitarren und Schlagzeug.

Ganz Klar: Linus geht hier andere Wege, weniger ausgetretene, dafür sind die Fußspuren fast doppelt so groß, in die er tritt. Gelungen ist „Everything Was Fine, But Then … Monday“ allemal, viele Experimente, die sich Gott sei Dank nicht verfransen, ein Ganzes ergeben und dieses Album zu einem sehr mutigen machen, allemal für ein Soloalbum. So erinnert man sich in ein paar Jahren an den kleinen Jungen mit der Schnuffeldecke, der ein Solo hingelegt hat, um der Welt zu zeigen, was Visionen auch heute noch Wert sein können.

Das Cover (zum vergrößern drauf klicken):

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