Brothers Of End – The End

von Hififi am 25. März 2010

in Musik!

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Ein wenig beliebig mäandern die sphärischen Gitarrenspuren durch die Ohrmuscheln des Kopfhörers, so verpuffen beim ersten Hören viele der zeitlosen Melodieansätze einfach, denn „The End“ ist zwar ein Gitarrenpop-Album geworden, aber eins von der schweren Sorte, wie der Titel schon vermuten lässt. Brothers Of End sind dabei so melancholisch wie es eben nur geht, die elf Songs – so unterschiedlich sie doch sein mögen – durchzieht die gedrückte Grundstimmung komplett. Was sich jetzt erst einmal als neutraler Punkt eines durchaus gelungenen Albums liest, wird über Albumlänge allerdings anstrengend, da weder das Tempo noch die Art des Gesangs sich ändern. Dabei wechseln die drei Herren sich am Mikrofon ab, was zwar an der Stimmfarbe erkennbar bleibt, die elegisch-leiernde Vortragsweise allerdings kaum variiert wird. Generell bleibt der Gesamtsound schwer zu greifen und es geistern so einige Namen durch die Gegend. Die schweren, wie verschleppten Gitarrenfiguren finden sich bei Mazzy Star („Why“, „Big Bird“), während die diesseitigen Klavier- und Keyboard-Kleinode in „Too Late“ an depressive Mercury Rev erinnern. Und dass sind nur die ersten drei Songs. Folgendes „Believe“ ist mit „Why“ zusammen sicher das stärkste Lied des Albums und mitten drin im mehrstimmig gesungenen Shoegazing-Paradies. Bloß eigentlich ist besagter Song ein Folksong, einer mit gehöriger Portion Psychedelic versehen, verstörend und wunderschön zugleich. Die bisher verschwiegene Tatsache, dass Zweidrittel dieses Bandprojekts (Lars-Olaf Johansson und Bengt Lagerberg) ansonsten für die Cardigans tätig sind, deutet ja schon darauf hin: „The End“ ist ein überdurchschnittlich gutes Album voller Ecken und Kanten geworden. Ecken und Kanten, die es sicher nicht jedem ermöglichen werden sich „The End“ zu erschließen und hochzuhalten. Einen Versuch wäre es allerdings wert.

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