Broken Social Scene – Forum Bielefeld, 23.8.06

von Hififi am 1. September 2006

in Feierlichkeiten

Post image for Broken Social Scene – Forum Bielefeld, 23.8.06

Eigentlich ist diese kanadische Bigband/Künstlerkommune eher Sterereos Steckenpferd, aber beim einzigen Clubgig in Deutschland dieses Jahr wäre es ein unverzeihliches Versäumnis gewesen, nicht wieder einmal das gute, alte Forum zu besuchen. Dementsprechend gut frequentiert war auch der Zuschauerraum, die Bühne sowieso, denn trotz einiger Ausfälle (z.B. Leslie Feist) und dank einer hervorragend besetzten Reservebank rückt die Broken Social Scene in Mannschaftsstärke an; somit sind zu Stosszeiten elf Leute auf der Bühne.

Richtig wichtig ist eh nur Kevin Drew, der sich in absoluter Spiellaune präsentiert, und der die AG Broken Social Scene zusammenhält, sie führt und ihr an diesem Abend außerordentliches entlockt.

Aber zuerst Fotos, so heißt nämlich die Vorband, von der – wie ich vermute – noch einiges zu hören sein wird. Schön eingängig der Ferdi-Franz-Rhythmus, dazu die genreüblichen Gitarren. Dann aber: (Vorsicht neu!) Nörgelnde Tocotronic-Sterne-Madsen-Vocals dazu. Oder anders: Eine Mischung aus Rolf Zuckowski und Rio Reiser. Wer´s braucht?!

Danach stürmt die ganze Besatzung zu „Ibi Dreams Of Pavement (A Better Day)” die Bühne, der Mund steht längst offen und man zählt das erste Mal durch. Tatsächlich haben die Roadies sogar zwei Drumkits auf die Bühne gequetscht, der Bläserreigen passt gerade noch neben drei Gitarren, Bass und Keyboard. Später gibt es sogar noch die Geige oben drauf. Da bleibt das Stageacting auf der Strecke, aber wer hat schon damit gerechnet? Diese Musik braucht keinen Firlefanz. Jason Collett ist mittlerweile dazu übergegangen, seine spärlich gesäten Soli mit dem Stirnband vor den Augen zu spielen und Kevin Drew wechselt permanent zwischen Gitarre und Synthie. „7/4 (Shoreline)“ ist die nächste Station; nun betritt die merkwürdig frisierte Lisa Lobsinger das Parkett, eine würdige Vertretung für Leslie Feist und Amy Millan ist sie allemal – gleichzeitig Blickfang und Ohrenschmaus. Als Zugabe gibt es eine fast zehnminütige Jamsession, die eindeutig im Dub verankert ist, und danach das große Finale: „It’s All Gonna Break“. Nun stehen wieder alle auf der Bühne, alles ist in Bewegung, die Bläser läuten die letzte Runde ein, aber Drew dreht lieber noch eine, aber jetzt dürfen sie…

Überall glückliche Gesichter. Jetzt ist es raus, Bielefeld gibt es doch!

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: