Broken Records – Until The Earth Begins To Part

von Benjamin am 4. Juni 2009

in Musik!

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Ein Indie-Pop-Kollektiv macht ein wunderbares Album. Und jetzt kommt die Überraschung: Broken Records sind NICHT aus Kanada sondern aus Schottland. Diese sieben Schotten benutzen im Prinzip die selben Zutaten wie Arcade Fire oder Broken Social Scene: Um das Grundgerüst aus Gitarren, Schlagzeug, Bass werden Streicher, Bläser und vielerlei andere Instrumente gepackt.

Im Tazblog wurde schon im letzten Jahr Vergleiche mit Arcade Fire gezogen, jedoch mit der Einschränkung, dass Broken Records osteuropäische Elemente (statt der haitianische) einbringen und statt in der Kirche um ein Hexenfeuer tanzen.

Einzelne Songs herauszuheben, ist schwierig bei einem rundum gelungenem Werk wie diesem. Bei „If Eilert Loevborg wrote a song it would sound like this“ fällt natürlich gleich der Titel ins Auge und dieser verweist auf Henrik Ibsens Drama Hedda Gabler. Ähnlich wie der trinkende Kulturwissenschaftler Lövborg klingt auch dieser Song verzweifelt und traurig. Der Song könnte auch von Friska Viljor sein. Der Opener „Nearly Home“ lässt vor dem inneren Auge die Sonne durch den mit Frühnebel brechen. Wie ein klassisches Musikstück aufgebaut treibt es einem Tränen in die Augen. Das mag auch daran liegen, dass in den Stimmen der Sänger so viel Verzweiflung und zugleich so viel Mutmachendes liegt. Immerhin geht der zweite Song „If the News makes you sad, don’t watch it“ ein wenig schneller nach vorne und erinnert angenehm an Okkervil River. Aber bei Broken Records Vergleiche zu ziehen, ist eh schwierig. Die erwähnten Bands teilen sich die Schublade Indie-Pop und diese Schublade riesig ist, findet sich da auch ein exponierter Platz für Broken Records. Ich habe jedenfalls lange kein so ergreifendes Album gehört.

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