Broken Records – Karlstorbahnhof Heidelberg, 22.09.2009

von Kathy am 1. Oktober 2009

in Feierlichkeiten

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Als die britischen Arcade Fire werden Broken Records aus Schottland bezeichnet, treten sie doch mit einer ebenso zahlreichen Besetzung und Vielfalt an Instrumenten auf. Stellt sich die Frage, ob die ganze Mannschaft auf die Karlstorbahnhofbühne passt. Wir lassen uns überraschen.

Schon beim Betreten der Lokation fällt auf, dass das Publikum heute abend vergleichsweise klein ausfällt. Ein Indiz dafür, dass Broken Records noch ein echter Geheimtip sind. Dies gibt dem geneigten Zuschauer allerdings die Möglichkeit direkt vor der Bühne das umfangreiche Equipment genauer in Augenschein zu nehmen oder eine Runde Instrumente-Raten zu spielen. Ist das eine Geige oder eine Ukulele? Aha, Tambourin und Quetschkommode sind auch am Start.

Als Support tritt heute abend David Lemaitre auf. Was vom Namen erstmal nach französischem Chansonier klingt, entpuppt sich nach kurzer Recherche als Ex-Mitglied von SchulzeMeierLehmann. Herr Lehmann hat heute abend jedoch seine zwei ehemaligen Bandkollegen gegen die Gitarre eingetauscht und liefert vier selbstgeschriebene Songs sowie ein Radiohead Cover. Seine Eigenkompositionen bringt er jedoch noch einen Zacken stärker rüber.

Die Hauptakteure des Abends brauchen nun nicht lange, um die Bühne für ihren Auftritt vorzubereiten. Hier und da mal eben noch die Stimmung justiert und schon geht es los mit den Eröffnern des neuen Albums „Nearly home“ und „If the news makes you sad, don’t watch it“. Schon in den ersten Minuten wird klar, dass man auf einem imposanten Konzert gelandet ist.

Allein die Fülle an verschiedenen Klängen in der Akustik erschlägt einen schier und man schaut gebannt auf die gebotene Darbietung und Virtuosität der sieben Künstler. Und da gibt es einiges zu sehen: Klavier, Gitarren, Schlagzeug, Bass, Akkordeon, Trompete, Cello, Geige, Ukulele und besagtes Tambourin kommen im Laufe des Abends zum Einsatz.

In den Pausen nimmt Jamie Sutherland dann immer wieder Kontakt zu seinem Auditorium auf. Dass dies das erste Konzert in Europa als Headliner ist, wird von den Zuhörern jubelnd begrüßt. Die Zwischenfrage, ob er denn nun Wein oder Wasser trinken sollte, wird eindeutig mit Wein beantwortet, woraufhin der Sänger grinsend „You are my conscience“ attestiert.

Sehr beindruckend wie dann zu „Wolves“ die ganze Band im „tutti forte“ aufspielt. Hier beherrscht jeder Musiker seine Materie par excellence, alle Töne passen und sind auf Sekundenbruchteile aufeinander abgestimmt. Die Band schließt ihr Programm schließlich wie auf ihrem Album mit dem wunderschönen „Slow Parade“ ab.

Dem ein oder andere Zuhörer dürfte im Endeffekt wohl das Titelstück des Albums „Until the earth begins to part“ gefehlt haben. Deshalb herrschte auch eine gewisse Ungläubigkeit, dass die erste Zugabe auch gleichzeitig die letzte ist und man den Spruch „See you at the bar“ wörtlich nehmen sollte.

Bleibt Broken Records zu wünschen, dass sie bei ihrem nächsten Auftritt in Heidelberg ein noch größeres Publikum bespielen dürfen. Verdient haben sie es allemal.

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