Broken Bells – Broken Bells

von carsten am 14. März 2010

in Musik!

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Wenn sich Musiker verschiedener Genres zusammentun, um gemeinsam ein Album aufzunehmen, ist das meist spannend (z.B. The Notwist und Themselves als 13&God) und im besten Fall sogar brilliant (z.B. Ben Gibbard und Jimmy Tamborello als The Postal Service). Allerdings sind Broken Bells mehr als eine einmalige Zusammenarbeit. Es gibt Livetermine und ein zweites Album ist geplant. Die Macher selbst scheinen von ihrer Kooperation also überzeugt zu sein.

Der eine, James Mercer, war bislang durch seine Band, The Shins, bekannt, die man allein dafür gern haben muss, dass sie Spongebob Schwammkopf das sanfte Lied „They’ll Soon Discover“ gewidmet haben. Der andere, Brian Burton aka Danger Mouse, rührt in verschiedensten Töpfen, ob als Teil von Gnarls Barkley oder als Produzent für die Gorillaz oder The Good, the Bad and the Queen. Sein „Grey Album“, das aus Beatles-Samples vom Weißen Album und Rap-Parts von Jay-Zs Black Album besteht, erregte nicht nur musikalisch Aufsehen, sondern befeuerte die Copyright- und Copy&Paste-Debatte zur Kultur im 21. Jahrhundert wie sonst nur Helene Hegemann. Nun liegt also das Ergebnis der Zusammenarbeit dieser beiden vor, die nach einer Begegnung beim Roskilde-Festival in Kontakt blieben und 2008 begannen gemeinsam neue Songs zu schreiben. Das Album wird mit der bereits veröffentlichten Single „The High Road“ eröffnet, das die Ausrichtung zum dezenten Electropop vorgibt. „Vaporize“ ersetzt die Synthesizer durch eine Orgel und eine Gitarre steht im Vordergrund, sodass der Song auch als Indierock durchgehen könnte. Interessanterweise entsteht dadurch kein Bruch, sondern auch im Folgenden ist das Album stylistisch sehr geschlossen. „Your Head is on Fire“ driftet zwischenzeitlich fast in James Last’sche Belanglosigkeit ab, kann sich aber immer knapp retten und bleibt auf dem schmalen Grad zwischen Entspanntheit und Gedudel auf der Gewinnerseite. Mit „The Ghost Inside“ zieht das Tempo mal ein bisschen an, bleibt aber knapp unter der Partytauglichkeit. Jetzt schon ein todsicherer Hit für Lounges und Remixkandidat. „Mongrel Heart“ besitzt als etwas verschrobenen Mittelteil eine Trompete, deren Einsatz scheinbar immer öfter zu beobachten ist (vgl. Lykke Lis „This Trumpet in my Head“ oder zuletzt Built to Spill mit dem anmutigen „Things Fall Apart“). Musikalisch dominiert Burtons Einfluss, besonders bei „The Ghost Inside“, das die Verwandtschaft zu Gnarls Barkleys „Crazy“ nicht leugnen kann. Insgesamt wirklich schöne, entspannte und erstklassig produzierte Musik, der man die prominente Besetzung anhört. Nur gehen sie es oft doch etwas sehr lässig an und die eine oder andere Ecke und Kante hätte gut getan. Auf der Broken Bells MySpace-Seite findet sich im Übrigen ein Video, in dem die Künstler ihr Album von Kindern kritisieren lassen, die zwar Mängel finden, die Musik insgesamt aber ebenfalls für gut befinden.

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