Bright Eyes – I'm Wide Awake, It's Morning

von Benjamin am 18. Januar 2006

in Musik!

Post image for Bright Eyes – I'm Wide Awake, It's Morning

Anfang 2005 veröffentlicht Conor Oberst mit seiner Stammband Bright Eyes zwei Alben: ein Synthezier und anderweitig digital unterstütztes Album namens „Digital Ash in a digital urn“ und ein Folkalbum. Was auf den vorherigen Alben vermischt wurde und gut funktionierte, wird nun getrennt und funktioniert ebenso hervorragend. Aber nun zum Folk.

Muss man eigentlich noch viele Worte über Conor Oberst verlieren? Diesen Singer/Songwriter, eine Hauptperson der Omaha-Szene und der Megaseller des kleinen Labels Saddle-Creek. Jedenfalls ist „I’m wide awake, it’s morning“ das 5. bzw. 6. Album („Digital ash…“ ist zeitgleich veröffentlicht worden) der Bright Eyes. Es besteht aus 10 Lieder im Folk-Kontext. Emmylou Harris, eine Country-Ikone, unterstützt den Jungspund bei drei Songs mit ihrer unglaublichen, klaren, unaufdringlichen aber berührenden Stimme. Ansonsten erzählt Oberst seine kleinen Alltagsgeschichten und seine Sicht auf die Welt.

Herauszuheben aus dem Album sind die Songs „We are nowhere and it’s now“ – erinnert durch den 3/4-Takt an einen Walzer -, „Lua“ – Conor Oberst allein mit seiner Gitarre und seinem Gesang – und „Song of Joy“ – eine Uptempo-Nummer, die musikalisch immer wieder an Beethovens „Ode an die Freude“ anknüpft und bei der die Musiker mal ordentlich Krach machen dürfen („but failure’s always sounded better, let’s fuck it up boys. Make some noise“). Aber auch jeder andere Song wäre eine extra Erwähnung wert.

Irgendwo habe ich auch von einem Vergleich mit Bob Dylan gelesen. Das Problem dabei ist, dass man bei Bob Dylan an sein typisches Nuscheln denkt, Conor Oberst im Vergleich dazu sehr klar singt. Die Gemeinsamkeit liegt aber darin, dass beide mit Folk-Songs wunderbare Geschichten erzählen. Aber Achtung: Bright Eyes Songs sind sehr melancholisch, wobei „I’m wide awake“ nicht so sehr suizidal klingt wie der direkte Vorgänger „Lifted or the story…“ Aber egal welches Album der Band man hört: Sie sind großartig! Soweit man das bei Musik verallgemeinern darf, natürlich.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: