Bright Eyes – 20. Juni 2007 – Essen, Weststadthalle

von Ariane am 22. Juni 2007

in Feierlichkeiten

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Nachdem Conor Oberst im April diesen Jahres schon einmal die Gehörgänge seiner deutschen Fans mit einer kleinen Promo-Tour zu seinem neueste Streich „Cassadaga“ umschmeichelte, stand er nun am vergangenen Mittwoch Abend erneut auf dem Programm.

Ausverkauft war die Weststadthalle in Essen leider nicht, was jedoch nicht verhinderte, dass die Wangen und Augen der Konzertbesucher zu leuchten begannen, als der Abend ohne ein Zeichen eines Supports seinen Lauf nahm.

Das ein wahrlich bezaubernder Abend bevorstand, wurde einem spätestens bewusst, als man die für die Streicher bereitgestellten Stühle sah. Sollte Conor Oberst tatsächlich mit einem kleinen Orchester auf Tour sein? Im April noch hatte er nur den durchaus talentierten Anton ‚Sowieso‘ dabei gehabt. Auch die zwei Schlagzeuge im Hintergrund ließen Großes ahnen.Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Die Vermutung mit dem Orchester bestätigte sich, die Schlagzeuge wurde von zwei hübschen Frauen besetzt. Das Publikum war an diesem Punkt schon so verzückt, dass Conor Oberst im Prinzip gar nicht mehr hätte spielen brauchen.

Aber das geht natürlich nicht. Und so kommen er und der Rest seiner Band auf die Bühne.

Das Bild, welches sich dem Publikum bot, läßt sich ungefähr so beschreiben: eine Vision in weiß!

Von de Streichern, über die Schlagzeugerinnen, bis hin zum Trompeter und Conor Oberst selbst, alle waren in feinsten, weißen Zwrin gekleidet.

Das macht natürlich Eindruck bei solch langen, dunkel braunen Haaren.

Und sobald die ersten Töne des openers „Clairaudients – Kill Or Be Killed“ wurde dieses schleichende Gefühl, das einem im April schon unweigerlich überkommen hatte, wieder ans Tageslicht – oder ins Scheinwerferlicht – geführt: Conor Oberst (27) ist lange nicht mehr der traurige Junge, der mit einer Gitarre auf der Bühne steht und verzweifelt versucht den Auftritt ohne Selbstmordgedanken zu überstehen.

Nein, vielmehr sieht man nun einen gereiften Musiker, der ganz offensichtlich Spaß an seinem Beruf hat.

Als vierten Song spielt er „False Advertising“. In einer abgeänderten, schnelleren Version, als wollte er deutlich machen, dass er nicht mehr der Alte ist.

Auch „First Day Of My Life“ und „I Believe In Symmetry“ haben sich einem solchen Eingriff unterziehen müssen. Es freut zu hören, das dies nichts an der Qualität der Songs geändert hat. Zusätzlich zu diesen und den Songs des neuen Albums reihen sich ältere Stücke in die Setlist ein. „The Calender Hung Itself“, „Arienette“, „A Song To Pass The Timeund“ und „I Won’t Ever Be Happy Again“ hätte wohl niemand vermutet, wenn man vor dem Konzert eine Umfrage gestartet hätte.

„Lime Tree“, bei dem Conor Oberst Stimme mehr als bei anderen Songs im Vordergrund steht, sollte ein unvergessliches Highlight des Abends werden, als die Lichter fast gänzlich ausgeschaltet wurden. Nur ein leicht rot, bläulicher Scheinwerfer versteckte sich irgendwo, sowie ein Meer von kleinen Lichtlein, die an dem Vorhang im Hintergrund befestigt waren, boten eine nur allzu perfekte und traumhafte Atmosphäre für den Song.

12 Lieder, sowie 5 weitere in der Zugabe. Da kann man nicht meckern. Eine entzückende Mischung aus Neuem und Altem, fast gemütlicher und, man mag es kaum wagen auszusprechen, ehrlich wirkender Small Talk zwischen den Photo Sharing and Video Hosting at PhotobucketSongs…kaum etwas lässt das Herz höher schlagen.

Abschließend bleibt nur noch eines zu sagen, und dies am einfachsten mit den Worten eines männlichen Konzertbesuchers zu sagen, der schon nach der ersten Hälfte seine Gefühle nicht mehr aufzuhalten vermochte: Conor, we love you!

(Setlist: Clairaudients – Kill Or Be Killed, Hot Knives, Middleman, False Advertising, First Day Of My Life, Southern State, The Calender Hun Itself, No One Would Riot For Less, I Won’t Ever Be Happy Again, Cleanse Song, Soul Singer In A Session Band, Lime Tree

Encore: Goldmine Gutted, I Believe In Symmetry, At The Bottom Of Everything, Arienette, A Song To Pass The Time)

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{ 3 Kommentare… read them below or add one }

1 JonesKorn Juni 26, 2007 um 19:53 Uhr

Der Einsatz des „Miniorchesters“ und die gänzlich in weiß gehaltene Gardrobe haben mich auch auf dem Hurricane – neben der musikalischen Glanzleistung – zu der Überzeugung gelangen lassen, dass der Mann live etwas auf der Bühne kann. Auch wenn der Auftritt dort insgesamt natürlich etwas kürzer war (leider).

2 JonesKorn Juni 26, 2007 um 19:55 Uhr

…es muss natürlich „Garderobe“ heißen.

3 Iain Januar 30, 2008 um 11:53 Uhr

aber dieses schief mitsingende pärchen, dass leider auch noch conor übertönt hat war echt schrecklich, ich mein, mitsingen ok, aber nicht lauter als conor…

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