Brew: 10“ Split Bunker

von am 27. August 2011

in Musik!

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Sickness zum Reinschnuppern! Eine Split-EP aus dem ehrenwerten Hause Brew liegt hier brandheiß auf der Festplatte, macht sich breit, fängt Streit an mit den benachbarten Mp3s. Außer vielleicht mit denen, die sich in der Ecke Noisecore/Postmetal/Experimental zusammengerottet haben. Aber auch da bin ich mir nicht ganz sicher, denn diese fünf Tracks von vier Bands stürzen sich aggressiv auf alles, was sich nicht bei drei mit Weihwasser ausgerüstet hat. Die Soundhölle steht endlich wieder weit offen!.

Zwei alte Bekannte sind auch dabei: Die Jungs im Verdauungstrakt des allseits beliebten Prog-Noise-Monsters Kong scheinen über Rock’n’Roll-Bruchstücke gestolpert zu sein, die sie in ihre neue Single „Ribbons“ eingebaut und mit ordentlich Magensäure versetzt haben. Das klingt, als hätten sie Jon Spencer entführt und unter Folter Garagen-Elvis-Vocals entlockt. Knaller!

Shield Your Eyes gehen es dann staubtrocken an, in dem sie ihrer „Jessica“ erst einmal einen Schlag mit der Garagentür verpassen, dann ein paar Melodien antäuschen und schließlich mit rasierklingenscharfer Gniedelei eine Runde durch den Besteckkasten jagen. That Fucking Tank sind die Poser in der Runde. Instrumentales Stoner-Rock-Gehacke mit leichten AC/DC-Reminiszenzen und ganz dicker Hose. Mit Abstand das eingängigste Stück auf der EP.

Castrovalva sind die zweiten alten Bekannten im Bunker. Und sie enttäuschen die Erwartungen nicht. „In Our Prime“ verstört durch stark verfremdeten Europop-Wahnsinn, mit Kastraten-Metal-Vocals, Hip-Hop-Gepöbel und Videogamegitarren. Danger! High Voltage!

Zum Schluss vergehen sich die Electro-Rausch-Guerillas 65daysofstatic noch einmal an Kongs „Ribbons“: Ein elektrifiziertes Schneegestöber trifft auf dramatische Synthiestreicher. Die durch den Sampler gejagten Vocals klingen jetzt endgültig so, als würde jemand den King foltern. Dazu noch kaputte Aphex-Beats und fertig ist der krönende Abschluss einer gelungenen Labelschau. Oben drauf gibt es wieder ein knallbuntes, krankes Cover zum Kindererschrecken! Unbedingt reinhören!

Hier kann man es für wenig Geld downloaden:

www.brewrecords.bigcartel.com

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{ 1 Kommentar… read it below or add one }

1 Hififi August 31, 2011 um 23:13 Uhr

Das klingt mehr als großartig! Castrovalva haben sich mittlerweile eh schon zu meinen heimlichen Lieblingen emporgeschwungen und auf den Rest bin ich ernsthaft gespannt. Ganz feine Rezension!

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