Brett Hunt – Corrugated Road

von musicandi am 14. November 2009

in Musik!

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Da gaffen einen die ewig-gleichen drittklassigen Promifratzen aus dem den neuen Superstar suchenden Dschungelcamp entgegen. Da zieren die immer gleichen Leichen der letzten vier Popmusik-Dekaden das nur ein klein wenig streng riechende monatliche Zentralorgan der Mainstream-Schnarchmusik, richtig, gemeint ist der Rolling Stone, da räumen die durchaus schon etwas strender riechenden SpringsteenLedZepWhoDylanMcCartneyClapton die ewig gleichen Preise und Gelder auf ihre bescheidenen Konten und die WIRKLICH interessanten, spannenden, sperrigen, verträumten und LEBENDIGEN Acts fristen ein Dasein im Schatten.

Dass es sich da zuweilen besonders wohl sein lässt, und dass es dort gerade besonders fruchtbar sein kann, beweist im Genre der Singer/Songwriter neben vielen kleinen und umso interessanteren Größen wie David Munyon, Malcolm Holcombe, Bo Ramsey oder Greg Brown jetzt der Australier Brett Hunt mit seinem im November bei tonetoaster erscheinenden Album ‚Corrugated Road‘. Wie der Pressinfo zu entnehmen ist, handelt es sich hierbei um eine für Europa zusammengestellte Compilation seiner in Australien auf verschiedenen Cds verstreuten Veröffentlichungen. Brett Hunt zeichnen neben einer punktgenau phrasierenden akustischen Gitarre und dylaneskem bis Sonny Terry zitierendem Mundharmonikaspiel und einem guten Gespür für Songaufbau und Arrangement besonders seine markante und kratzig-warme Stimme aus. Wer jetzt spröden Folk erwartet, muss enttäuscht werden. Hunt variiert neben den in praktisch allen Songs vorhandenen Akustikgitarre, Drums und Kontrabass, zwischen Piano, Pedal Steel, E-Gitarre, Hammondorgel und diversen Streichern und verleiht damit seinen Songs, die vor allem vom Leben auf der Straße und dem, was man dort verliert und gewinnt, erzählen, ein jeweils eigenes Gesicht.

In Australien scheint übrigens grad die Sonne. Hier haben wir die Wahl zwischen Sprüh-, Niesel, Dauer- und Starkregen. Ja. Die Welt ist ungerecht. UND garstig schlecht. Wer Trost sucht, ist bei Brett Hunt gut aufgehoben. Besonders, wenn es grad mal wieder regnet…

P.S. Wenn es hier besonders gruselig ist – im Januar also – wird Brett Hunt auf Tour in Deutschland sein. Die Welt kann doch gerecht sein. UND gut. Und das Leben schön.

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